Magdeburg l Thomas Hoßmang nutzte die vergangenen Wochen, um zu Hause in Hoyerswerda (Sachsen) Kraft zu tanken. Doch ganz untätig war der Trainer des 1. FC Magdeburg auch in der eigentlich freien Zeit nicht. Schließlich galt es vor dem anstehenden Trainingsstart am Montag, gemeinsam mit Geschäftsführer Mario Kallnik, den Kaderumbau und die weiteren Planungen voranzutreiben.

⦁ Transfers

Der FCM hatte klare Vorstellungen. Bereits kurz nach der verkorksten vergangenen Saison war klar, dass der Kader umgebaut werden soll. Geholt wurden bisher Luka Sliskovic, Sebastian Jakubiak, Adrian Malachowski, Timon Weiner, Kai Brünker, Korbinian Burger, Nico Mai, Henry Rorig und Andreas Müller. „Wir wollten Spieler holen, die eine gewisse Größe, fußballerische Qualitäten und Tempo mitbringen. Zudem sollten sie noch in einem entwicklungsfähigen Alter sein“, sagt Hoßmang. Und: „Ich finde, dass es uns gelungen ist, Jungs zu holen, die richtig Lust auf den Verein haben.“

⦁ Zusammenarbeit mit Geschäftsführer und Sportchef Mario Kallnik

Zwar verbrachte Hoßmang die freien Tage in Hoyerswerda, via Telefon und Videokonferenzen stimmte er sich aber immer wieder mit dem Trainerteam sowie Geschäftsführer und Sportchef Mario Kallnik ab. „Wir hatten für die Planung nicht so viel Zeit. Für die Gespräche mit neuen Spielern bin ich nach Magdeburg gefahren“, sagt der Chefcoach.

Die Entscheidungen für Verpflichtungen wurde jeweils gemeinsam getroffen.

⦁ Offene Planstellen in der Mannschaft

Ein bis zwei neue Spieler sollen für die Offensive noch kommen. Eine Option bleibt Patrick Möschl, der im Winter von Dynamo Dresden kam, dessen Vertrag aber ausgelaufen ist. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Klar ist aber: Wir brauchen auf der Außenposition noch mehr Tempo“, sagt der 53-Jährige.

⦁ Fitnesstrainer

Für Hoßmang ist die Position des Fitnesstrainers ein wichtiger Baustein. Schließlich geht es in der 3. Liga sehr physisch zu. Nach dem Abgang des langjährigen Fitnesstrainers Dirk Keller hat der Club nach Volksstimme-Informationen mittlerweile einen Ersatz gefunden. Mit Lars Mertelmeyer übernimmt ein Altbekannter. Mertelmeyer war zuvor im FCM-Nachwuchs für das U-19- und U-17-Team tätig, kennt aus dieser Zeit auch Hoßmang und Keller. „Lars hat viel von Dirk gelernt. Wir haben Vertrauen zu ihm“, betont der Trainer.

Wie wichtig die Rolle von Mertelmeyer ist, wird auch durch folgende Aussage von Hoßmang deutlich: „In den kommenden fünf Wochen gilt es, daran zu arbeiten, dass unsere Athletik so gut ist, um auch in der 70. oder 80. Minute unser Spiel durchzubringen.“

⦁ Philosophie/Spielstil

Die Spieler-Verpflichtungen lassen flexibel mehrere Spielsysteme zu – ob 3-4-3, 3-5-2, 4-3-3 oder 4-4-2. Hoßmang hat, unabhängig vom System, klare Vorstellungen und will diese auch ab Montag permanent von seiner Mannschaft einfordern. „Es muss erkennbar sein, was wir wollen. Einerseits wollen wir kompakt stehen, Bälle erkämpfen, aggressiv und aktiv sein. Dann gilt es natürlich auch, Fußball zu spielen“, erklärt er. Aber: „Wichtig ist, dass wir die Zuschauer hinter uns bekommen und dass die Fans sehen, dass eine echte Mannschaft auf dem Platz steht. Das ist die Grundvoraussetzung, die wir Woche für Woche zeigen wollen.“

⦁ Trainingsstart

Ab Montag gilt es laut Hoßmang, die neuen Spieler schnell zu integrieren: „Wir müssen schnell zu einer Mannschaft werden. Die Spieler dürfen sich nicht als Einzelne sehen, sie sollen vielmehr den Blick für die Gemeinschaft haben.“

Deshalb wird die Mannschaft in den ersten 14 Tagen der Vorbereitung auch gemeinsam frühstücken und Mittag essen. „Wir wollen viel Zeit miteinander verbringen, Gespräche führen und uns so schnell besser kennenlernen“, betont der Trainer.

⦁ Saisonziel

Hoßmang will unter allen Umständen verhindern, dass der FCM noch mal so zittern muss wie in der vergangenen Saison. „Die Erlebnisse der vergangenen Saison haben gezeigt, dass wir demütig und bescheiden sein sollten. Wir müssen alles dafür tun, dass wir nicht in eine solche Situation kommen. Das darf uns nicht noch mal passieren“, stellt er klar.

Bezogen auf die Zielsetzung für die kommende Saison hält sich der Coach zwar noch bedeckt, erklärt aber: „Dazu werden wir am Montag sicherlich etwas sagen. Wir sollten aber nicht zu viel quatschen. Wichtig ist vielmehr, dass wir an unseren Ideen und Vorstellungen arbeiten und dabei nicht nachlassen.“

Die Spieler, ob neu oder alt, nimmt der Coach in die Pflicht: „Jeder Spieler hat in den Testspielen die Zeit und Möglichkeit, sich aufzudrängen. Die Jungs müssen zeigen, dass sie unbedingt in die Mannschaft wollen.“

Mehr zum 1. FC Magdeburg