Magdeburg l Normalerweise herrscht zwischen Jens Härtel und Thomas Hoßmang ein heißer Draht. Regelmäßige Telefonate und ständiger Austausch gehören zum „besonderen Verhältnis“ der beiden Trainer dazu. In den vergangenen beiden Tagen gab es aber keinen Kontakt, Hoßmang musste die 0:1-Niederlage seines weiter kriselnden 1. FC Magdeburg in Ingolstadt aufarbeiten, Härtel die 1:3-Pleite seines FC Hansa Rostock zu Hause gegen Dresden.

Dass beide 2010 zusammen die Ausbildung zum Fußballlehrer bestritten haben, dass der damalige FCM-Coach Härtel mit einer Anfrage, ob er die U 19 trainieren möchte, Hoßmang überhaupt erst nach Magdeburg lockte, dass sie „hier erfolgreich zusammen gearbeitet“ haben – das spielt heute Abend ab 19 Uhr alles keine Rolle. „Das wird ruhen müssen“, sagt Hoßmang mit Blick auf das Ostderby in der MDCC-Arena. „Jeder hat seine eigenen Interessen. Wir wollen alles dafür tun, dass die drei Punkte hierbleiben.“

Ingolstadt "komplett abgehakt"

Punkte hätten sich die Blau-Weißen auch am vergangenen Sonntag verdient gehabt, unterlagen beim FCI aber denkbar unglücklich durch ein Eigentor. Nach zwei Einheiten ist das jedoch „komplett abgehakt“, wie FCM-Torwart Morten Behrens versichert. „Das spielt keine Rolle mehr.“ Viel mehr freut den 23-Jährigen die positive Entwicklung beim Kellerkind. „In den vergangenen drei Spielen haben wir im Schnitt nur ein Gegentor bekommen. So können wir weitermachen.“ Auch Hoßmang trauert den verlorenen Punkten nicht zu lange hinterher, betont mit Blick auf das Derby eher: „Jetzt erst recht.“

Die „klare Entwicklung“ in den vergangenen Spielen soll nun belohnt werden. Wobei nicht nur Hoßmang bewusst ist, dass mit den Hanseaten, bei denen mit Björn Rother, Jan Löhmannsröben, Nils Butzen und Manuel Farrona Pulido vier Spieler mit FCM-Vergangenheit unter Vertrag stehen, der nächste harte Brocken wartet. „Die Rostocker haben eine sehr kompakte Defensive“, weiß Hoßmang. Und um diese zu knacken, bedarf es bei aller Euphorie nach dem Spiel in Ingolstadt noch einmal einer Steigerung. Dafür fordert er mehr Konsequenz im letzten Drittel. „Wir sollten den Gegner immer wieder beschäftigen.“

Ernst und Gjasula gesperrt

Welche Spieler dafür in Frage kommen, ließ Hoßmang offen. Er betont aber auch, dass die Spieler, die zuletzt in der Startelf standen, das „gut gemacht“ haben. Was trotz der englischen Woche wenig Rotation bedeuten könnte. Definitiv ersetzen muss der Coach den gesperrten Jürgen Gjasula. Auch Dominik Ernst muss eine Gelbsperre absitzen, die er sich in Ingolstadt nach dem Abpfiff wegen Meckerns einhandelte.

Bei Florian Kath hat sich die erste Befürchtung, er habe sich wieder schlimmer an der Leiste verletzt, nicht bestätigt. Dennoch ist der Offensivspieler noch angeschlagen und ein Einsatz für das Ostderby offen. Fest steht derweil: Härtel und Hoßmang werden an der Seitenlinie stehen. Und einer der beiden muss seinen Kumpel nach Abpfiff eventuell ein wenig trösten.

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