Magdeburg l Stefan Krämer schaut nicht gerne zurück. Der Trainer des 1. FC Magdeburg kümmert sich lieber um das, was vor ihm liegt. In der Länderspielpause ließ sich ein Rückblick allerdings nicht vermeiden. Es galt, Schwächen anzusprechen und Antworten auf einige Fragen zu finden:

Was hat Krämer aus dem schwachen Uerdingen-Spiel mitgenommen?
Der Trainer war vor allem mit der Art und Weise, wie der FCM gegen Uerdingen spielte, überhaupt nicht zufrieden. „Das haben wir bereits während der Rückfahrt und nach der Ankunft in Magdeburg kritisch aufgearbeitet, haben das Spiel genau auseinandergenommen“, sagt er.

Die Analyse ergab mehrere Probleme: Der Coach war mit dem Pass- und Positionsspiel unzufrieden. „Das war zu fahrig, zu ungenau, wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Außerdem standen zu oft zu viele Spieler auf einer Linie. „Dadurch kamen wir nicht in die Ballzirkulation, konnten keine Chancen herausspielen.“

Warum läuft es in dieser Saison bisher gerade auswärts nicht?
Der FCM erzielte nur fünf Treffer in sechs Auswärtspartien. Zu Hause sind es hingegen zwölf Tore in fünf Spielen. Von einer Auswärtsschwäche will Krämer aber nichts wissen. Denn: „Wir können nicht mit dem Anspruch losfahren, dass wir jede Mannschaft in der 3.  Liga auseinandernehmen. Davon muss man sich verabschieden.“

Problematisch war aber, dass der Club in Meppen (3:1), Jena und Kaiserslautern (beide 1:1) jeweils in Rückstand geriet. „Wir haben es zu oft verpasst, auswärts in Führung zu gehen. Wenn ein Team in der 3. Liga das 1:0 macht, gewinnt es auch in 74 Prozent der Fälle“, erklärt Krämer. Er sagt aber auch: „Zuletzt haben wir uns besonders auswärts zu wenig Chancen herausgespielt, um die Wahrscheinlichkeit auf eine Führung zu erhöhen.“

Wie kann das Offensivspiel verbessert werden?
Nach seinem Amtsantritt setzte Stefan Krämer zunächst darauf, die Defensive zu stärken. „Eine stabile Verteidigung muss immer der erste Schritt sein. Jetzt geht es um die Entwicklung des Offensivspiels. Das ist die anspruchsvollste Aufgabe“, sagt der Coach.

Hoffnung macht ein Blick aufs Personal: Jürgen Gjasula kehrt nach seinem Mittelhandbruch zurück und wird wohl im Heimspiel am Sonnabend gegen Rostock ins defensive Mittelfeld zurückkehren. Außerdem hofft Krämer darauf, dass Linksverteidiger Timo Perthel wieder einsatzfähig ist, damit dessen Vertreter Thore Jacobsen ebenfalls ins Mittelfeld rücken kann. „Es hat uns nicht gutgetan, dass Thore links aushelfen musste. Er fehlte uns in der Zentrale.“

Durch die Passstärke von Gjasula und Jacobsen sollen mehr Impulse aus dem Mittelfeld kommen. „Es geht auch darum, mal auf den Ball zu treten, den Rhythmus zu wechseln. Daran arbeiten wir intensiv“, sagt Krämer.

Welche Impulse hat Krämer in der Länderspielpause im Training gesetzt?
Das Training war in den vergangenen Tagen deutlich individueller als sonst. So waren zeitweise verschiedene Gruppen auf dem Platz. An einigen Tagen konzentrierte sich Krämer nur auf die Offensivspieler.

Diese Detailarbeit soll möglichst schnell spürbare Fortschritte bringen. Zudem wurde auch individuell dosiert – Spieler mit viel Einsatzzeit traten etwas kürzer, verletzte Spieler wurden langsam herangeführt. „Wir versuchen so, alle auf ein möglichst gleiches Level zu bringen“, erklärt Krämer.

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