Magdeburg l Die Trainingseinheiten unter Michael Oenning sind intensiv. Und eines fällt auf: Der Ball steht immer im Mittelpunkt. Das war auch am Donnerstag so. Wieder wurden Pässe trainiert. Oenning gab Anweisungen, über zehn Meter wurden die Pässe scharf zum Vordermann gespielt. „So will ich das sehen“, motivierte der 53-Jährige seine Spieler. Und: „Ihr müsst verdeckt spielen, den Ball sauber mitnehmen.“

Oenning läuft während der Übungen immer wieder auf und ab – beobachtet und greift zwischendurch ein. „Der Trainer ist sehr genau, achtet auf jedes Detail“, sagt Mittelfeldspieler Rico Preißinger.

FCM trainiert viel Passspiel

Die Mannschaft nimmt diese Art positiv auf. Es wird gelacht, auch wenn wie am Donnerstag über die gesamte Dauer der Einheit ausschließlich Pässe im Fokus stehen. „Die Spieler nehmen das positiv an, sind mit Freude bei diesen Übungen“, hat Oenning festgestellt. Und: „Im Passspiel müssen wir uns weiter verbessern. Wir müssen besser in die Tiefe, schnell und mit weniger Kontakten passen.“

Das Passspiel hat für ihn eine enorm wichtige Bedeutung. Und genau deshalb hat Oenning momentan Kopfschmerzen. Grund ist der Rasen in der MDCC-Arena. Beim 0:0 gegen Bochum sah der Platz zu Beginn zwar noch passabel aus. Von Minute zu Minute wurde er aber schlechter. Und klar ist: Löcher und Unebenheiten lassen aus einem Passspiel schnell ein Glücksspiel werden. Die Passquote des FCM lag mit nur 58 Prozent noch unter dem ansonsten schon recht schwachen Durchschnitt des Teams.

Training im Stadion

Oenning nimmt seine Mannschaft aber in Schutz. „Gegen Bochum war unsere Passquote deshalb nicht so gut, weil der Platz nur wenig Pässe zugelassen hat“, argumentiert er. Für seine Philosophie, Fußball spielen und nicht arbeiten zu wollen, ist das ein echtes Problem. „Ich bin davon überzeugt, dass man den bestmöglichen Rasen haben sollte, um den bestmöglichen Fußball spielen zu können“, stellt Oenning klar. Und: „Es bringt ja nichts, wenn ich über die gesamte Woche spielerische Schwerpunkte habe und am Wochenende nur kämpfen muss. Das ist kontraproduktiv. Es wäre gut, wenn wir da weiterkämen und einen vernünftigen Rasen im Stadion hätten.“

Um sich besser auf die Bedingungen im eigenen Stadion einstellen zu können, hat Oenning am Freitag um 13.30 Uhr die Einheit in die MDCC-Arena verlegt. „Die Lehre aus dem letzten Spiel war, dass wir nicht auf den Rasen vorbereitet waren. Deshalb werden wir jetzt im Vorfeld darauf trainieren.“ Ob auch am Sonnabend noch mal im Stadion trainiert werden kann, ist noch offen.

Über einen möglichen Komplettaustausch wird wohl nach der Union-Partie, dem letzten Heimspiel vor der Winterpause, beraten. Entscheidungsträger ist der Stadionbetreiber MVGM.