Magdeburg l Am Freitag war für Philipp Harant ein besonderer Tag. Mit der vorzeitigen Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages beim 1. FC Magdeburg wurden die Weichen für die Zukunft des Innenverteidigers gestellt. Er unterschrieb für zwei weitere Jahre bis 2022.

Es ist eine Verlängerung, die auf den ersten Blick etwas überrascht. Schließlich hat Harant in dieser Saison bisher erst zwei Drittliga-Kurzeinsätze gegen Braunschweig und Zwickau auf dem Konto. Auch heute gegen Halle wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit nur auf der Bank Platz nehmen.

Und doch: Der FCM ist davon überzeugt, dass Philipp Harant in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen kann. „Philipp hat sich in den vergangenen zwölf Monaten enorm entwickelt. Er kommt momentan nur nicht zum Einsatz, weil es seine Teamkollegen in der Defensive besonders gut machen. Er ist aber nah dran“, erklärt FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik. Und: „Es ist für uns eine Investition in die Zukunft. Wir sind davon überzeugt, dass sich dieser Schritt auszahlt.“

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Gute Entwicklung im letzten Jahr

Der Weg von Harant ist durchaus ungewöhnlich: Vor zwölf Monaten war nämlich ein dauerhafter Verbleib beim FCM unwahrscheinlich. Der Verteidiger verzichtete im Sommer 2018 zunächst auf eine Ausleihe, um Spielpraxis zu sammeln. In der Folge spielte er beim Club keine Rolle, ging dann im Winter doch für ein halbes Jahr zum Regionalligisten Germania Halberstadt. „In dieser Zeit ist mir einiges klar geworden. Ich habe mich menschlich weiterentwickelt, habe viel gelernt und eingesehen, dass ich zuvor Fehler gemacht habe“, erklärte Harant kurz nach seiner Rückkehr nach Magdeburg in diesem Sommer.

Mittlerweile ist Harant deutlich professioneller, kommt früher als viele Teamkollegen zum Training, schiebt häufig Extraschichten. Ein Engagement, das sich auszahlt. „In den vergangenen Monaten hat Philipp eine richtig gute Entwicklung genommen, auch wenn das etwas im Widerspruch zu seiner bisherigen Spielzeit steht“, sagt FCM-Sportchef Maik Franz. „Er ist im Training präsent, ist griffig, hat keine Angst, spielt gute Pässe ins Mittelfeld – er ist deutlich weiter als vor einem Jahr.“ In der jetzigen Situation, in der Tobias Müller und Brian Koglin in der Innenverteidigung gesetzt sind, gelte es, geduldig zu bleiben. „Philipp steht kurz davor, seine Chance zu bekommen. Wenn er sie dann hat, muss er zupacken.“

Die Vertragsverlängerung ist vor allem ein Signal für die Zukunft, gerade für die Spieler, die der FCM ausgebildet hat. „Philipp bringt viel mit. Wir wollen unbedingt, dass er bei uns seine nächsten Schritte macht“, sagt Franz. Auch er weiß: In diesem Punkt hat der FCM Nachholbedarf: Zuletzt war die Quote der Eigengewächse, die sich auch in der Profimannschaft durchgesetzt haben, überschaubar. Spieler wie Tarek Chahed und früher Nils Butzen haben ihre Jugendzeit schließlich auch schon vier oder mehr Jahre hinter sich.

Harant kann Vorbild für weitere Talente sein

Das soll sich jetzt ändern, Philipp Harant könnte zu einem Vorbild werden. Er wurde in Schönebeck geboren, durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften des Clubs.

Pascal Schmedemann könnte das nächste Talent sein, das den Sprung schafft. Momentan sammelt er ebenfalls Spielpraxis in Halberstadt. Auch Marvin Temp und Anton Kanther sind Kandidaten für einen ähnlichen Weg. „Wir wollen zeigen, dass es sich für den eigenen Nachwuchs lohnen kann, bei uns zu bleiben und dass es sich auszahlt, wenn sich die Jungs voll reinhängen“, sagt Kallnik.

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