Magdeburg l Das Ostderby gegen Rostock war eine besondere Partie. Zum 60. Mal trafen beide Vereine aufeinander, außerdem kehrten Ex-Trainer Jens Härtel sowie Ex-Spieler Nils Butzen erstmals wieder an die alte Wirkungsstätte zurück.

Tor

0:1 Nik Omladic (33.): Nach einem Ballverlust von Björn Rother schaltete Hansa schnell um, brachte Omladic in Position, der Hansa überraschend und zu diesem Zeitpunkt unverdient in Führung schoss.

Aufstellung

FCM: Behrens - Chahed, Gjasula, Müller, Koglin - Rother (62. Roczen), Jacobsen - Bertram, Kwadwo (77. Conteh) - Preißinger - Beck.

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Taktik

FCM-Trainer Stefan Krämer musste kurzfristig den Ausfall von Linksverteidiger Timo Perthel verkraften. Der Coach setzte auf ein 4-2-3-1-System mit Jürgen Gjasula in der Innenverteidigung, der immer wieder ins Mittelfeld vorrückte. Auf der rechten Seite im Mittelfeld lief Tarek Chahed für den gelbgesperrten Dominik Ernst auf, links durfte Manfred Osei Kwadwo für Perthel ran. In der Zentrale bildeten Thore Jacobsen, Björn Rother und Rico Preißinger ein massives Dreieck.  

Spielverlauf

1. Halbzeit: Die Partie begann mit einer Choreografie für den vor drei Jahren verstorbenen FCM-Fans Hannes. Durch den Einsatz von Pyrotechnik von beiden Fanlagern war die Sicht auf dem Spielfeld zunächst eingeschränkt. Schiedsrichter Sören Storks unterbrach deshalb die Partie in der fünften Minute für zwei Minuten. Die ersten Chancen hatten Manfred Osei Kwadwo (3.) und Christian Beck (9.). Der FCM setzte Rostock früh unter Druck - und kam zu Chancen: Nach einem Freistoß köpfte der immer wieder offensiv aufrückende Thore Jacobsen im Nachsetzen unbedrängt drüber (13.). Hansa war überraschend passiv, suchte nur selten den Weg nach vorne. Nach einem fatalen Fehlpass hatte Rico Preißinger die große Chance zur Führung - sein Schuss war aber zu unplatziert (26.). Eine weitere Gelegenheit hatte Jürgen Gjasula nach einer halben Stunde durch einen Frstoß. Hansa-Torhüter Markus Kolke parierte aber stark.

Doch wenn man seine Chancen im Fußball nicht nutzt, wird man bestraft - so auch diesmal: Aus dem Nichts brachte Nik Omladic die Gäste in Führung (33.). So gut der FCM sich in der Offensivbewegung präsentierte, so unsicher war diesmal die in den Vorwochen so sattelfeste Defensive.

2. Halbzeit: Der FCM kam mit etwas mehr Schwung als in der Schlussphase der ersten Hälfte aus der Kabine. Die ersten Chancen hatten aber Hansa, die jetzt voll auf Konter setzten: Zunächst vergab Nikolas Nartey (55.), dann Nico Neidhart (57.). Die Anfangsoffensive des Clubs war völlig verflogen, viele Pässe kamen nicht mehr beim Mitspieler an. FCM-Trainer Krämer reagierte, brachte nach gut einer Stunde Stürmer Anthony Roczen für Mittelfeldspieler Björn Rother. Am Spiel änderte sich wenig: Der FCM fand zu wenig Mittel gegen die tiefstehenden Gäste. Aus dem Publikum gab es erste Pfiffe. Aus dem Gewühl heraus hatte der Club dann plötzlich eine Dreifachchance durch Roczen und Beck (78.). Die keinesfalls sichere Hansa-Defensive wurde aber von den Gastgebern im zweiten Durchgang viel zu selten gefordert. Kurz vor Schluss hatte Nartey noch die große Chance, für die Gäste alles klar zu machen, er schoss aber drüber. So hatte der FCM in der Nachspielzeit durch einen Freistoß noch mal die Möglichkeit zum Ausgleich: Brian Koglin knallte den Ball aber in die Wolken. So blieb es schließlich beim aus Club-Sicht enttäuschenden 0:1.

Fazit

Der FCM macht in der ersten halben Stunde ein richtig gutes Spiel, stört den Gegner früh, hat Chancen. Allein die Effizienz passt nicht. Hansa macht hingegen vor, dass eine Gelegenheit zur Führung reichen kann. Nach dem Rückstand und auch in der zweiten Hälfte spielte der FCM allerdings einfallslos und fand kein Mittel mehr.

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