Magdeburg l Für FCM-Trainer Stefan Krämer war es die Premiere als Trainer des 1. FC Magdeburg. Der Coach konnte den Start in den vergangenen Tagen kaum noch erwarten. Die Freude hielt sich dann bei ihm allerdings besonders in den ersten 45 Minuten in Grenzen.

Tore

0:1 Martin Kobylanski (7.): Nach einem Fehlpass von Tobias Müller sicherte sich Marcel Bär den Ball - und passte in den Lauf von Kobylanski, der FCM-Torhüter Alexander Brunst keine Chance ließ.

1:1 Sören Bertram (11.): Robin Becker verschätzte sich bei einem Rückpass, Christian Beck schirmte den Ball erst geschickt ab, sah dann den freien Bertram, der abzog und zum Ausgleich traf.

1:2 Martin Kobylanski (18.): Braunschweig hatte zu viel Platz, Timo Perthel störte Marcel Bär nicht beim Flanken. In der Mitte stand Kobylanski völlig frei und köpfte die Eintracht wieder in Führung.

1:3 Marcel Bär (32.): Nach einem langen Abschlag des Braunschweiger und Ex-FCM-Torhüters Jasmin Fejzic ging zunächst Tarek Chahed und dann Keeper Alexander Brunst nicht energisch zum Ball. Bär war dann vor Brunst am Ball und köpfte die Gäste zum dritten Treffer.

2:3 Christian Beck (50.): Nach einer Flanke von Sören Bertram unterlief Eintracht-Abwehrspieler Steffen Nkansah seinen Torhüter Jasmin Fejzic. Der freistehende Beck schob zum Anschlusstreffer ein. Fejzic verletzte sich beim Sturz, musste behandelt und dann ausgewechselt werden. 

2:4 Martin Kobylanski (90.+7): Dritter Treffer des Braunschweigers nach einem Konter.

Aufstellung

FCM: Brunst - Chahed (72. Ernst), Rother, Müller, Perthel - Gjasula (86. Harant), Preißinger - Costly, Kvesic, Bertram (72. Kwadwo) - Beck.

Videos

Taktik

FCM-Trainer Stefen Krämer vertraute wie zuvor angedeutet einer 4-2-3-1-Taktik. In der Innenverteidigung vertrat der eigentlich Mittelfeldspieler Björn Rother den verletzten Dustin Bomheuer. Auf der rechten Seite entschied sich Krämer für das Tandem Marcel Costly/Tarek Chahed. Mit Jürgen Gjasula, Sören Bertram und Mario Kvesic standen drei Neuzugänge in der Startelf.

Spielverlauf

In der Anfangsphase sortierten sich beide Mannschaften, entsprechend unrund war noch der Spielfluss. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Nach der Führung der Braunschweiger, die Martin Kobylanski nach einem Fehler von Tobias Müller im Spielaufbau erzielte (7.), glich FCM-Neuzugang Sören Bertram aus (11.). Auf der Gegenseite machte es der Club der Eintracht dann zu leicht: Unbedrängt konnte Bär den Ball flanken, Kobylanski traf per Kopf zur erneuten Braunschweiger Führung (18.).

In der Folge zog sich Braunschweig etwas zurück, lauerte auf Kontergelegenheiten. Mario Kvesic hatte dann zwar mal einen Abschluss (28.), dem Club steckte der zweite Gegentreffer aber deutlich spürbar in den Kleidern. Und es kam noch schlimmer: Nach einem erneuten Abwehrfehler erzielte der starke Bär das dritte Gästetor. Bär war damit an allen Braunschweiger Treffern beteiligt.

So vielversprechend der eine oder andere Angriff der Magdeburger war - defensiv bot das Team in der ersten Halbzeit eine ganz schwache Partie. In der Halbzeitpause war FCM-Sportchef Maik Franz bedient: "Wir haben den Braunschweigern mehr oder weniger alle drei Gegentreffer vorgelegt."

Die zweite Hälfte begann mit einem Hoffnungschimmer für den FCM: In der 50. Minute verkürzte Christian Beck zum 2:3. Eintracht-Torhüter Fejzic verletzte sich nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem eigenen Mitspieler Steffen Nkansah und musste auf einer Trage liegend ausgewechselt werden. Für ihn stand danach Marcel Engelhardt im Tor.

Der Club spielte jetzt mutig nach vorne, versuchte auch, die Fehler im Passspiel zu minimieren. Die Angriffe waren teilweise aber immer noch zu ungestüm, zu überhastet. 20 Minuten vor Schluss brachte Krämer Manfred Osei Kwadwo und Dominik Ernst für Bertram und Chahed. Kwadwo hatte dann auch gleich eine Gelegenheit, war aber im Abschluss zu langsam (74.). Die beiden Einwechslungen brachten insgesamt neuen Schwung, der FCM drückte nach vorne, nur die letzte, die zwingende Aktion fehlte noch.

Rückschlag dann in der 84. Minute: Björn Rother traf Nick Proschwitz von hinten - der insgesamt durchwachsen pfeifende Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte Rother Rot. Drei Minuten später kochten die Emotionen hoch: Co-Trainer Silvio Bankert wurde nach einer Rudelbildung zwischen beiden Teams mit Rot auf die Tribüne geschickt. Aufgrund der Fejzic-Verletzung gab es sieben Minuten Nachspielzeit. In dieser traf Kobylanski zum dritten Mal und zur Entscheidung.

 

Fazit

Braunschweig war der erwartet abgezockte Gegner und nutzte seine Chancen eiskalt. Der FCM präsentiert sich in der ersten Hälfte in der Rückwärtsbewegung schwach, legte drei Gegentreffer geradezu auf. Nach der Pause war der Club deutlich stärker, kam auch verdient zum Anschlusstreffer, verpasste jedoch am Ende noch den Ausgleich. Braunschweig nutzte in der Nachspielzeit einen Konter zur Entscheidung.

Weitere Infos und Videos zum 1. FC Magdeburg