Magdeburg l Der 1. FC Magdeburg hat Freitagabend vor 23.132 Zuschauern mit 0:1 (0:0) gegen den Hamburger SV verloren. Trotz mehr als 30 Minuten Überzahl verpasste das Team von Jens Härtel ein Erfolgserlebnis.

Jens Härtel hielt es nicht lange auf seinem Stuhl. Fast über die gesamten 90 Minuten stand der FCM-Trainer an der Seitenlinie. Er gab Anweisungen, trieb seine Mannschaft an, fuchtelte mit den Armen. Die Anspannung war ihm anzumerken. Schließlich bewies er gegen den großen Favoriten Hamburger SV Mut und ging ins Risiko. Härtel wechselte das Spielsystem: Anstelle des gewohnten 3-4-3 setzte er auf eine offensive 4-2-3-1-Aufstellung. Dieser Mut wurde am Ende allerdings nicht belohnt. Wieder stand der FCM nach der 0:1-Niederlage mit leeren Händen da.

Leidenschaftlicher Kampf

Dabei überzeugte der Club zu Beginn durchaus: Die Mannschaft kämpfte leidenschaftlich, störte den Gegner früh und entwickelte auch Zug zum Tor. Marcel Costly machte über rechts Druck, Marius Bülter wirbelte über die linke Seite. Hinter Stürmer Christian Beck gab Philip Türpitz den Ballverteiler.

Der HSV war beeindruckt. Das Team des neuen Trainers Hannes Wolf brauchte einige Minuten, um sich zurechtzufinden. Chancen hatte der stark besetzte Bundesliga-Absteiger freilich trotzdem: Khaled Narey (23.) vergab eine gute Gelegenheit, zudem klärte FCM-Abwehrspieler Romain Brégerie den Schuss von Hee Chan Hwang vor der Linie (29.). Der Club verteidigte aber mit Einsatz und etwas Glück das 0:0 zur Pause.

Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit fielen die Hamburger Fans durch das Abrennen von Pyrotechnik negativ auf. So ging es in einer von Rauchschwaden durchzogenen MDCC-Arena weiter. Und das gleich ging ein Raunen durchs Stadion: Beck sah, dass HSV-Torhüter Julian Pollersbeck etwas zu weit vor seinem Kasten stand. Der FCM-Stürmer zog aus fast 50 Metern ab, der Ball flog Zentimeter über das Tor (49.). Nur eine Minute später hielt Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst, der einst beim HSV groß wurde, gut gegen Lewis Holtby.

Emotionales Spiel

Das Spiel wurde emotionaler: Nachdem David Bates gegen Bülter den Fuß draufhielt, zeigte Schiedsrichter Timo Gerach dem bereits verwarnten Hamburger die Gelb-Rote Karte (53.) – eine harte Entscheidung.

Dann ging ein Raunen durchs verrauchte Stadion: Beck sah, dass HSV-Torhüter Julian Pollersbeck etwas zu weit vor seinem Kasten stand. Der FCM-Stürmer zog aus fast 50 Metern ab, der Ball flog Zentimeter am Tor vorbei (49.). Nur eine Minute später hielt Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst, der beim HSV groß wurde, gut gegen Lewis Holtby.

Der FCM hatte jetzt deutlich häufiger und länger den Ball, tat sich allerdings schwer, klare Chancen herauszuspielen. Auf der Gegenseite blitzte die Klasse der Gäste in der 77. Minute auf. Und das war letztendlich der Unterschied: Pierre-Michel Lasogga passte sehenswert steil auf Narey, der blieb ruhig, tunnelte Brunst und traf zur HSV-Führung.

Das Härtel-Team versuchte in der Schlussphase noch mal alles, traf allerdings wie schon in Heidenheim nicht das Tor.

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