Magdeburg (dpa) l Das spektakuläre 3:3 im Hinspiel gegen den MSV Duisburg wird Magdeburgs Stürmer Christian Beck wohl nie vergessen. Zum einen erzielte er als Einwechsler das zwischenzeitliche 1:1. Aber viel wichtiger und schöner war sein Erlebnis davor. "Am Tag des Hinspiels bin ich Vater geworden, das war ein toller Tag", sagte der Kapitän des Fußball-Zweitligisten 1. FC Magdeburg mit Blick auf das zweite Duell gegen die "Zebras" an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky).

Am 26. September 2018, dem 7. Liga-Spieltag, hatte Becks Freundin Paulin um die Mittagszeit Töchterchen Melina zur Welt gebracht. Beck stand seiner Partnerin bei der Geburt, die über zehn Stunden dauerte, die ganze Zeit zur Seite. Nach dem freudigen Ereignis führte der übermüdete Beck ein Gespräch mit dem damaligen Trainer Jens Härtel. Die Absprache: Beck steht im Kader, aber nicht in der Startelf.

Beck wurde dann zur zweiten Halbzeit eingewechselt und traf. Dass es am Ende der turbulenten Partie nicht zum historisch ersten Sieg in der 2. Bundesliga reichte, ist Geschichte. Nachdem der FCM lange auf einem Abstiegsplatz stand, hat sich der Neuling sukzessive stabilisiert und ist im neuen Jahr immer noch ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Michael Oenning, der Härtel ablöste, holte im Jahr 2019 drei Siege und zwei Unentschieden. Die Serie soll auch gegen den MSV halten. "Es wird eine schwere Aufgabe, Duisburg wird viel investieren. Aber wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, wird was drin sein", sagte Beck am Donnerstag.

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Der Aufsteiger steht mit 22 Punkten auf Tabellenrang 15 und hat damit fünf Zähler mehr als Duisburg. Die Erfolgsserie, mit der sie die Abstiegsplätze vorerst verließen, haben die Magdeburger zwar im Hinterkopf. Aber das sei kein Grund für zu große Euphorie. "Wir haben in den letzten Wochen erfolgreiche Fußball gespielt. Was zwei, drei Siege bewirken können, sieht man jetzt. Darauf werden wir uns jedoch nicht ausruhen", mahnte Beck.

Beck und sein Team stehen im März vor möglicherweise vorentscheidenden Partien. Mit dem Spiel in Duisburg und der Heimpartie am 10. März zu Hause gegen den SV Sandhausen haben die Magdeburger die direkte Konkurrenz vor der Brust. Danach folgt der Ostklassiker in Dresden, bevor mit Heidenheim und der Auswärtsaufgabe beim Hamburger SV zwei ganz schwere Aufgaben warten.

Die Spiele gegen direkte Konkurrenten sind auch deshalb wichtig, weil der Club sich zum Saisonende mit der Zweitliga-Spitze messen muss und dort wohl kaum mit einer Siegesserie rechnen kann. Daher heißt es jetzt punkten, damit es am Ende für das große Ziel Klassenverbleib reicht.

In Duisburg werden die Magdeburger am Freitag auf eine Mannschaft treffen, die nach nur vier Punkten in fünf Partien auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht ist. "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Duisburg. Dort wollen wir am besten drei Punkte mit nach Magdeburg nehmen", sagte Rico Preißinger.

Coach Oenning konnte die Woche gut und "störungsfrei" mit der Mannschaft trainieren. "Wir trainieren mit voller Kapelle. Das gibt uns viele Möglichkeiten für taktische Übungen", sagte er.

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