Magdeburg l Am Dienstag Nachmittag war es endlich so weit. Nach zweieinhalb Monaten Pause konnte der 1. FC Magdeburg wieder das reguläre Mannschaftstraining aufnehmen. Zuvor waren die beiden Corona-Testreihen negativ ausgefallen, am Nachmittag erhielt der FCM vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Freigabe.

Sachsen-Anhalt lockert Regeln

Wegen des in Sachsen-Anhalt bis einschließlich Mittwoch geltenden Verbots von Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb muss der FCM nach Niedersachsen ausweichen. Es deutet sich aber eine Lösung an: Denn am Dienstag gab die Landesregierung zahlreiche Corona-Lockerungen bekannt. So ist ab Donnerstag auch das Mannschaftstraining und der Wettkampfbetrieb für Berufssportler nicht mehr grundsätzlich verboten.

Um wieder in Magdeburg auf dem Rasen stehen zu dürfen und am Sonnabend (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern in der MDCC-Arena spielen zu können, muss jetzt von der Stadt Magdeburg die Erlaubnis erteilt werden. „Einen entsprechenden Antrag haben wir gestellt. Wie zuvor schon oft gesagt halten wir uns weiterhin an die behördlichen Vorgaben“, erklärt FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik.

FCM zieht Antrag auf Verlegungen zurück

Nach dem wochenlangen Hin und Her des DFB und der Bestätigung des Drittliga-Neustarts durch den außerordentlichen DFB-Bundestag will sich der Club jetzt erst mal wieder auf den Sport konzentrieren.

Da der DFB auch die 72-Stunden-Pause zwischen Spielen ausgesetzt hat, zog der FCM am Dienstag den Antrag auf Spielverlegungen zurück. Nach dem DFB-Beschluss besteht nämlich die Möglichkeit, dass verlegte Spiele zwischen bereits terminierte Spieltage gelegt werden. „Deshalb hat sich der 1. FC Magdeburg sowohl zum Schutz der Gesundheit der eigenen als auch der gegnerischen Spieler entschieden, die Anträge auf Verlegung der Spielansetzungen zurückzunehmen“, heißt es in einer Vereinsmitteilung.

Damit kann der FCM jetzt die bevorstehenden Aufgaben, elf Drittligaspiele in etwas mehr als vier Wochen, in Angriff nehmen. „Unser Fokus gilt jetzt dem Neustart“, betont Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Wollitz fordert Einstellung und Teamgeist

Und der Coach stellt klar, was in den kommenden Wochen gefragt ist: „Es geht jetzt noch mehr als sonst um Einstellung und Teamgeist. Wenn jemand sein eigenes Spiel spielt und nicht im Sinne der Gruppe handelt, bekommt er ein Problem mit mir.“

Nach der langen Pause wird der FCM wohl wie alle anderen Mannschaften anfangs Probleme haben, den Rhythmus zu finden. „Uns fehlen Spielfitness und Koordination. Das wollen wir aber durch vollen Einsatz und Leidenschaft ausgleichen. Denn in der bisherigen Saison sind wir diesbezüglich viel zu viel schuldig geblieben“, betont der Trainer.

Chance auf einen Neuanfang

Nach der langen Pause ergebe sich jetzt die große Chance eines Neuanfangs. „Es zählen nur die kommenden vier Wochen, in denen wir die restliche Saison vergessen machen können. Das sollte für jeden Spieler Anreiz genug sein, es sich selbst noch mal zu beweisen“, sagt Wollitz. Und: „Ich hoffe, dass die Jungs in der Pause ausreichend reflektiert haben. Gerade jetzt brauchen wir Spieler, die Verantwortung übernehmen und dieser Situation gewachsen sind.“

Neu ist für alle Mannschaften schließlich das ungewohnte Umfeld – ohne Zuschauer, ohne die ansonsten vom Gegner gefürchtete Stimmung in der MDCC-Arena. „Wir haben im Winter in Braunschweig auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt und es dort ordentlich gemacht. Es gibt jetzt keinen Heimvorteil mehr, sondern nur noch neutrale Spiele. Deshalb ist der Teamgeist umso mehr gefordert“, sagt der Coach.

Wollitz: Geht um Zukunft des Clubs

Wollitz glaubt fest daran, dass der FCM, der nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat, diese Herausforderung bestehen wird – wenn alle mitziehen: „Es geht um die gemeinsame Sache für die Zukunft des Clubs. Da wird sich zeigen, welche Spieler aus dieser Situation im unteren Tabellenbereich unbedingt herauskommen wollen.“

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