Jena/Magdeburg l Die vergangene Sommerpause verlief für Jan Löhmannsröben sicherlich ganz anders, als er sich das vorgestellt hatte. Bei der FCM-Abschlussfahrt nach Mallorca wurde er, dessen Abschied zu diesem Zeitpunkt bereits feststand, in einer Kneipe nackt feiernd fotografiert und gefilmt. Für die Vertragsverhandlungen mit potentiellen neuen Vereinen waren diese Szenen nicht vorteilhaft. „Ich habe den Fehler im Nachgang bei mir gesucht und bin kein nachtragender Mensch. Jetzt bin ich froh, dass der Fokus nur auf Fußball liegt“, sagt er vor dem Spiel am Sonntag (14 Uhr, live auf telekomsport.de) in der MDCC-Arena.

Löhmannsröben ließ sich nicht unterkriegen und unterschrieb schließlich beim Drittliga-Aufsteiger und Traditionsverein FC Carl Zeiss Jena. „Die Situation in Jena ist vergleichbar mit der in Magdeburg vor zwei Jahren. Die Fans sind euphorisch und feuern die Mannschaft unheimlich an“, sagte er bereits kurz nach seinem Wechsel.

Leistungsträger

Der defensive Mittelfeldspieler avancierte in seiner neuen Mannschaft auf Anhieb zum Leistungsträger, bestritt bisher alle zehn Saisonpartien über die volle Distanz und verbuchte dabei ein Tor und eine Vorlage. Zuletzt gewann Jena 2:0 gegen Münster, Löhmannsröben richtete den Blick aber direkt auf das Derby beim Ex-Verein: „Wir haben die Englische Woche mit fünf Punkten abgeschlossen. Das kann sich sehen lassen. Jetzt freue ich mich auf das Derby in meinem ,alten Wohnzimmer‘.“

Diese Partie ist für ihn gleich aus mehreren Gründen besonders. „Wir spielen bei meinem Ex-Verein, es ist ein Ostderby, und außerdem geht es gegen die absolute Spitzenmannschaft der 3. Liga. Ich bin auch gespannt, wie mich die Zuschauer empfangen werden“, sagt er.

Solche Spiele seien wie für ihn gemacht. „Ich werde 130 Prozent geben und möchte dem FCM beweisen, dass sich der Club auf der 6er-Position verschlechtert hat“, sendet Löhmannsröben eine Botschaft an seinen Ex-Verein.

In Jena habe er ein ähnlich familiäres Gefühl wie zuvor in Magdeburg. „Mir ist wichtig, dass es bei einem Verein nicht nur um die 90 Minuten auf dem Platz geht“, sagt ,Löh‘, wie er beim FCM genannt wurde. Seine Familie und Freunde werden am Sonntag auch im Stadion sein. „Ich bin extrem motiviert, muss deshalb nur ein bisschen aufpassen, dass ich nicht überdrehe“, betont er.

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