Magdeburg l Im Fußball kann es schnell gehen. Eine Verletzung oder Sperre, der eine Spieler fällt aus, der andere rutscht dafür in die Startelf. „Es ist ein Wochengeschäft“, sagt Thore Jacobsen. Und das wiederum ist ein Umstand, von dem er selbst schon profitiert hat. Beim Saisonauftakt gegen Eintracht Braunschweig saß er noch auf der Bank, dann aber musste Björn Rother aufgrund einer Roten Karte für drei Spiele aussetzen und Jacobsen bekam seine Chance. Nur: Aus diesem Wochengeschäft ist für ihn mittlerweile ein Monatsgeschäft geworden.

Seit August stand Jacobsen nämlich – mit Ausnahme von zwei Spielen – in jeder Drittliga-Partie über 90 Minuten für den 1. FC Magdeburg auf dem Spielfeld. „Sich für das nächste Spiel zu empfehlen, das hat bis jetzt ganz gut geklappt“, meint er knapp. Gleichzeitig empfiehlt sich die Leihgabe von Werder Bremen mit seinen Leistungen auch immer ein Stück weit bei dem Bundesligisten, zu dem er im Sommer zurückkehrt. Das allerdings ist Zukunftsmusik.

Mit dem Kopf beim FCM

„Auch wenn es nicht mehr lange hin ist, bis ich dorthin zurückgehe, denke ich nicht darüber nach“, sagt Jacobsen. „Ich bin hier fester Bestandteil der Mannschaft. Wenn ich mit dem Kopf woanders wäre, würde das mir und meiner Leistung nicht guttun und es wäre auch nicht fair meinen Mitspielern gegenüber.“

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Der Dezember läutet für Jacobsen seine persönliche Halbzeit beim FCM ein. Und seine Zwischenbilanz fällt nicht nur positiv aus – sie verläuft teilweise auch konträr zu dem, was er vor einem Jahr noch in Bremen erlebt hat. Da ist beispielsweise das Lob von FCM-Trainer Stefan Krämer vor dem Spiel gegen Ingolstadt: „Dass Thore für uns eine große Bedeutung hat, war in den vergangenen Wochen zu sehen. Es ist im Moment schon ein anderes Spiel, wenn er nicht dabei ist“, sagte Krämer. Und spielte dabei auf dessen verletzungsbedingte Auswechslung in Großaspach an. 45 Minuten ohne Jacobsen – das machte sich sofort bemerkbar. Für den Protagonisten selbst eine ungewohnte Situation: „Das ehrt mich natürlich. So etwas habe ich noch nicht so oft zu hören bekommen“, sagt Jacobsen.

Jacobsen jetzt Stammkraft

Da er in Magdeburg das Vertrauen vom Verein und Umfeld bekomme, könne er befreit aufspielen, sei besser drauf. „Das hat mir im vergangenen Jahr in Bremen ein bisschen gefehlt“, gibt er zu.

Gewandelt hat sich auch sein Standing innerhalb der Mannschaft. In Bremen trainierte er zwar mit den Profis, durfte aber nicht mit ihnen spielen. Mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord sollte er wiederum nicht spielen. Heißt: „An den Wochenenden war ich oft ohne Einsatz. Das ist eine unangenehme Situation, wenn ich ehrlich bin.“

Standing anders als in Bremen

Beim FCM dagegen ist er eine unangefochtene Stammkraft im Mittelfeld. „Ich werde hier anders angesehen, es ist ein anderes Standing als in Bremen“, sagt Jacobsen, betont aber auch: „Durch solche Phasen wie bei Werder muss man sich durchbeißen.“

Denn letztlich, und so schließt sich dann eben der Kreis, sei Fußball nun mal ein Wochengeschäft. Auch ein Grund dafür, dass Jacobsen gedanklich nicht in die Ferne schweift, sondern nur bis Münster – dem nächsten Gegner der Magdeburger am Freitag.

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