Magdeburg l Ein bisschen Staunen ist erlaubt, wenn man seinen Blick nach Krefeld richtet. Dort ist der KFC Uerdingen ansässig. Jener Verein also, der in den vergangenen Monaten viele negative Schlagzeilen lieferte, weshalb die sportliche Note, die der Fußball-Drittligist gesetzt hat, zuweilen untergegangen ist. Wie diese Note beim 1:0 am 12. Dezember gegen Türkgücü München. Stefan Krämer, ehemaliger FCM-Coach und seit März vergangenen Jahres wieder in Diensten des KFC, jubelte nach einem knappen, aber eher standardisierten Resultat seiner Elf laut und euphorisch bei „rp-online“: „Ich bin jetzt über 20 Jahre Trainer, aber ich weiß nicht, wann ich so stolz auf meine Mannschaft war.“

Finanzielle Probleme in Krefeld

So stolz wird er in wenigstens sechs Fällen in dieser Serie gewesen sein – nach den sechs Siegen nämlich, mit denen es Uerdingen auf Tabellenplatz zehn geschafft hat. Und das ist schon deshalb beachtlich, weil es dem KFC mal wieder ziemlich schlecht geht. Vor allem in finanzieller Hinsicht: „Wie zu hören und zu lesen war, wurden seit zwei, drei Monaten keine Gehälter gezahlt“, erklärte Thomas Hoßmang, der Trainer des 1. FC Magdeburg, der die Krämer-Mannschaft morgen um 14 Uhr in der MDCC-Arena empfängt. Unter diesem Eindruck agierte Uerdingen bislang aber nicht – nicht wie vor 13 Jahren, als sich das damalige Team unter ähnlichen Umständen geschlossen in einen Streik begab. „Das ganze Gegenteil haben sie bewiesen“, sagte Hoßmang: „Sie stehen ordentlich in der Defensive, haben trotz der Probleme eine gute Mentalität.“

Neuzugänge in der Startelf?

Um die Mentalität wird es natürlich auch beim FCM am Sonnabend (14 Uhr) gehen, wenn im neuen Jahr der lange Kampf um den Klassenerhalt beginnt. Und vielleicht werden mit Baris Atik und Saliou Sané die beiden Neuverpflichtungen (Volksstimme berichtete) in der Offensive bereits mitkämpfen. Hoßmang spricht allerdings für die ganze Mannschaft, wenn er sagt: „Ich denke schon, dass die Jungs Mut, Überzeugung und Vertrauen in sich selbst haben.“

Es soll ein Heimsieg her

Mehr Überzeugung im Angriff täte den Blau-Weißen in jedem Fall gut, wenngleich der Coach nicht das System umstellen wird. Wenn man sich die bisherigen 15 Partien anschaut, war er in dieser Hinsicht äußerst flexibel. Mal 4-4-2, mal 4-3-3, mal 4-5-1: Der Trainer hat vieles probiert. Aber immer mit der Priorität: „Wichtig ist, dass wir stabil stehen und ordentlich gegen den Ball arbeiten.“ Die Hauptsache ist nur: Es muss ein Sieg dabei rausspringen, um sich aus der Abstiegsangst zu befreien. Den Begriff lässt Hoßmang allerdings gar nicht zu. Sein Motto lautet vielmehr: „Heißes Herz, kühler Kopf.“

Ob nun die beiden neuen Akteure sogleich „kluge Entscheidungen“ auf dem Platz treffen sollen, ließ der Trainer offen: „Sicher können sie Optionen sein, aber das entscheiden wir nach dem Abschlusstraining.“ Offen ist indes, ob sich der FCM einer weiteren Option auf dem Markt bedienen wird. Hoßmang: „Das Transferfenster ist noch geöffnet, wir werden die Augen und Ohren offenhalten und schauen, was sich ergibt.“

Auch Uerdingen trifft zu selten

Uerdingen wird sich wohl nicht mehr auf dem Markt umschauen. Das ist zum einen ob der finanziellen Probleme nicht möglich, zum anderen auch nicht nötig. Das zumindest hat Krämer (53) bei seinem letzten Jubel verdeutlicht: „Fußball spielen können sie, Talent haben sie“, sagte er über seine Spieler. Nur keine Durchschlagskraft (14 Tore aus 17 Partien). Wie auch der FCM (13 aus 15). So wird der Sieger der Partie wohl über die Frage ermittelt: Bei wem platzt im neuen Jahr der Knoten im Sturm?

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