Piesteritz l Stefan Krämer hat seine erste Woche als Cheftrainer beim 1. FC Magdeburg hinter sich gebracht. Und die hatte es schon ziemlich in sich. Trainingsauftakt, Hochzeit, Wohnungssuche. „Mein Tag könnte mehr als 24 Stunden haben. Die erste Woche war daher schon speziell und in der Summe auch ganz sportlich“, sagte Krämer.

Einen ersten sportlichen Test hat er mit dem FCM zudem am Sonnabend absolviert. Gegen den FC Grün-Weiß Piesteritz, Landesligist aus Wittenberg, erreichte seine Mannschaft einen ungefährdeten 10:0 (2:0)-Sieg. Wobei man dem neu formierten Team individuelle Unsicherheiten sowie das fehlende Zusammenspiel anmerkte. „Deshalb ist die Erkenntnis daraus erst einmal, dass sich alle reingehangen haben und sich keiner verletzt hat“, meinte Krämer. Bereits gestern hat das Trainerteam „den Fuß vom Gas genommen, damit die Jungs nicht auseinanderfallen“.

So wenig der Test vor 1012 Zuschauern sportliche Aussagekraft hatte, so sehr brachte er aber zwei Personalien in den Fokus. Kianz Froese, kanadisch-kubanischer Testspieler, stand als einziger Spieler 90 Minuten auf dem Feld. Und: Marius Bülter war gar nicht anwesend. Was natürlich prompt die Gerüchteküche anheizte, da Bülter wechselwillig ist und dem Club entsprechende Angebote von Bundesligisten wie Union Berlin vorliegen (Volksstimme berichtete).

Schlag auf die Patellasehne

Dass Wechselgedanken und Fehlen im Test zusammenhängen, wies Krämer indes zurück: „Marius hat am Freitag einen Schlag auf die Patellasehne bekommen, daher haben wir ihn auch aus den Trainingseinheiten rausgenommen. Ich hoffe, dass er am Montag wieder einsteigt“, sagte der Trainer. Die Situation sei bereits „ziemlich kompliziert“ für den Offensivspieler, „vor allem für seinen Kopf“. „Daher versuchen wir ihn voll zu unterstützen.“

Zu Froese, der im Test durchaus einige Akzente setzte und zwei Tore erzielte, gaben die Verantwortlichen derweil nur zurückhaltend Auskunft. Sportchef Maik Franz kündigte eine Entscheidung in den kommenden Tagen an. Auch Krämer will seine Eindrücke noch genauer überprüfen: „Froese hat sich gut eingebracht. Das Videomaterial von ihm wird nun zusammengeschnitten und ausgewertet.“

Coach Krämer bevorzugt ein 4-3-3

Ob der Testspieler die Anforderungen des Trainers erfüllt hat, bleibt also abzuwarten. Denn Krämer hat genaue Vorstellungen davon, was er im offensiven Mittelfeld sehen möchte. „Eine gute Mischung aus Ballbesitz und Arbeit gegen den Ball – beides darf kein Fremdwort sein. Und ich erwarte auch Torgefahr. Acht bis zehn Tore müssen von der Position schon fallen, damit der Spieler uns auch weiterhilft“, sagt Krämer. Die Planstelle im Mittelfeld ist ja die letzte, die der FCM besetzen will.

Während es im Kader also noch Veränderungen geben wird, ist sich der Trainer, was die Wahl des Spielsystems betrifft, schon recht sicher. In beiden Halbzeiten lief seine Mannschaft im 4-3-3-System auf. „Das empfinde ich in meinem Kopf als das Beste“, sagt Krämer, „was aber nicht heißt, dass das in Stein gemeißelt ist. Letztlich zeigt die Vorbereitung, ob es auch zur Mannschaft passt. Denn ich muss mich mit meinen Vorstellungen natürlich auch nach dem Personal richten. Meine ersten Eindrücke sagen mir aber, dass ein 4-3-3 schon möglich ist.“

Taktische Spielereien werden in dieser Trainingswoche allerdings weniger eine Rolle spielen. Erst einmal geht es wieder um Grundlagen. Und darum, das alles bei den angekündigten hohen Temperaturen zu meistern. „40 Grad sind brutal, zweimal bei so einer Hitze zu trainieren, ist nicht möglich. Da müssen wir eine schlaue Lösung finden“, sagt Krämer. Angedacht ist daher, die morgendliche Einheit auf acht Uhr vorzuverlegen.

Die Intensität soll jedoch nicht gedrosselt werden. „Es wird wieder unangenehm. Es stehen Intervall-Läufe an, die wir als Grundlage fürs Pressing brauchen. In den ersten 14 Tagen bin ich froh, dass ich nicht mehr spielen muss“, so Krämer.

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