Magdeburg l Die Kritik, die in den vergangenen Wochen und Monaten an Mario Kallnik aufkam, kann der 45-Jährige nicht nachvollziehen. Dass er in seiner Doppelfunktion als Geschäftsführer und sportlicher Leiter des 1. FC Magdeburg zu viel Macht im Verein habe, stimme laut seiner Aussage nicht. „Ich habe diese Doppelrolle von Januar 2016 bis Juni 2018 schon einmal ausgefüllt. Wir haben damals zweieinhalb Jahre sehr erfolgreich in dieser Struktur gearbeitet“, sagt er.

Unbestritten nahm der FCM unter Kallnik eine gute Entwicklung. Nachdem der ehemalige Spieler 2012 als Funktionär zum Verein zurückkehrte, führte er die Magdeburger aus der Abstiegszone der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Und ab Anfang 2016 eben als sportlicher Leiter. Diese Rolle übernahm dann im Sommer 2018, nach dem Zweitliga-Aufstieg, Maik Franz.

Arbeitspensum nicht gestiegen

Der 39-Jährige wurde in diesem Sommer dann jedoch entmachtet. Kallnik übernahm nach der Entlassung von Claus-Dieter Wollitz als Trainer am 10. Juni auch das Amt des sportlichen Leiters. Franz verließ gut einen Monat später den Verein. Seitdem leitet Geschäftsführer Kallnik auch wieder den sportlichen Bereich, es ist sogar sein vorrangiges Aufgabengebiet. „Das ist nicht neu, wir haben die Erfahrungen“, sagt Kallnik, der betont: „Das Arbeitspensum ist nicht gestiegen. Es war vorher hoch und ist es auch jetzt noch. Wir haben die Aufgaben nur umstrukturiert.“ Vieles, was vorher bei ihm auf dem Schreibtisch lag, wird jetzt von anderen Mitarbeitern der Geschäftsstelle übernommen. „Dank unserer guten und über die Jahre gewachsenen Mitarbeiterschaft konnten wir das gut verteilen.“

Doch soll das mit Blick auf die mit dem Heimspiel gegen den Halleschen FC am Sonntag um 14 Uhr startende neue Drittliga-Saison, für die Kallnik zunächst die 46-Punkte-Marke als erstes, recht bescheidenes Ziel ausrief, dauerhaft so bleiben? „Wie wir uns zukünftig aufstellen, werden wir mit dem Aufsichtsrat und dem Präsidium im Herbst entscheiden“, berichtet Kallnik. „In der intensiven Wechselphase wollten wir aber keine Risiken eingehen.“

Und so war Kallnik auch für die Transfers im Sommer zuständig, in enger Absprache mit Coach Thomas Hoßmang, der das Team im Vorjahr zum Klassenerhalt führte und nun in seine erste volle Saison als FCM-Chefcoach geht. Wobei er sich selbst nicht so bezeichnen würde, der 53-Jährige stellt das Miteinander im Trainergespann in den Vordergrund: „Ich sehe mich als Teil des Teams. Ich bin nicht derjenige, der alles bestimmt.“

Ob Videoanalyst Kevin Waliczek, Torwarttrainer Matthias Tischer oder die Co-Trainer Silvio Bankert und Matthias Mincu: „Jeder bringt seinen Input ein. Und das ist auch wichtig. Jeder muss merken, dass er gebraucht wird“, macht Hoßmang deutlich und sieht seine Trainerkollegen als „mündige Partner“. „Ich bin froh, sie an meiner Seite zu haben.“

Im gleichen Atemzug sagt der gebürtige Sachse aber auch: „Letztendlich muss ich eine Entscheidung treffen und das mach ich auch.“ Und genauso läuft es auch bei Kallnik.

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