Magdeburg (dpa) l Im Sommer 2018 herrschte Vorfreude pur. Zweite Liga. Das erste Mal in der Geschichte des 1. FC Magdeburg. Die Freude währte nicht allzulange. Die Premierensaison wurde zur Enttäuschung, sie endete 2019 mit dem direkten Weg zurück in die Drittklassigkeit. Nun fängt der ehemalige Europapokalsieger praktisch wieder von vorn an. Wieder ein neuer Trainer, dazu viele neue Spieler. Der 1. FC Magdeburg will nach einem massiven Umbruch wieder angreifen.

In einer Umfrage des Deutschen Fußball-Bundes unter den Drittliga-Trainern erhielten die Magdeburger neun Stimmen – pro Aufstieg. Auf eben dieses Saisonziel wollen sich die Verantwortlichen in Magdeburg allerdings (noch) nicht festlegen lassen.

Krämer übernahm von Oenning

"Der Verein hat das klare Ziel ausgegeben, in den nächsten drei Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen. Ob das schon in dieser Saison gelingt, weiß ich nicht", sagte der neue Trainer Stefan Krämer. Der 52-Jährige übernahm den Posten von Michael Oenning, der den Abstieg auch nicht hatte verhindern können.

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Trotz eines Etats von mehr als zehn Millionen Euro müsse man sich zunächst in der Liga etablieren, betonten immer wieder der Sportliche Leiter Maik Franz und Geschäftsführer Mario Kallnik. Der Beinahe-Abstieg von Mitaufstiegsfavorit Eintracht Braunschweig – Auftaktgegner des FCM an diesem Samstag, 20. Juli (17.45 Uhr/ARD) – in der vergangenen Saison hat die FCM-Macher vorsichtig werden lassen. "Wir sind in der Pflicht, die 3. Liga anzunehmen. Ein guter Saisonstart kann viel bewirken", sagte Krämer.

FCM nur gegen unterklassige Gegner

Die Vorbereitung bestritt der FCM fast ausschließlich gegen unterklassige Gegner, etwa gegen die Regionalligisten Chemie Leipzig, BFC Dynamo oder Berliner AK. Dabei fiel auf, dass sich das Team beim Verwerten von Torchancen schwer tut, in der Abwehr aber recht ordentlich arbeitet. Gegen den belgischen Erstligisten Royal Antwerpen behauptete sich der 1. FCM mit einem 1:1, gegen den englischen Drittligisten Rotherham United gewann das Team mit 2:1.

"Bei acht Positionen bin ich mir relativ sicher, dass sie auch gegen Braunschweig anfangen", sagte Krämer nach dem Test gegen Rotherham. Vorn dürften Kapitän Christian Beck und Sören Bertram gesetzt sein, im Mittelfeld neben Rico Preißinger und Björn Rother mit Jürgen Gjasula und Mario Kvesic zwei Neuzugänge von Beginn an spielen.

FCM-Innenverteidigung problematisch

Problematisch ist die Lage in der Innenverteidigung. Der erfahrene Dustin Bomheuer fällt mit Knieproblemen aus, Brian Koglin ist noch gesperrt. Somit könnte Philipp Harant mit Tobias Müller das Innenverteidigerduo bilden. Dem 20-Jährigen hat seine Leihe zu Viertligist Germania Halberstadt gut getan; er scheint mit viel mehr Ernsthaftigkeit und Ehrgeiz bei der Sache.

Mehr Infos zum 1. FC Magdeburg im FCM-Blog.