Magdeburg l Schon am zweiten Tag im neuen Amt stand Lars Mertelmeyer plötzlich im Mittelpunkt. Denn der neue Fitness- und Athletiktrainer des 1. FC Magdeburg war natürlich besonders gefordert nach dem positiven Corona-Fall beim Drittligisten und der damit verbundenen häuslichen Quarantäne der Mannschaft. Die FCM-Spieler sollten trotzdem weiter trainieren. Und Mertelmeyer gab in der Whatsapp-Gruppe des Teams vor, was für die Fußballer in den eigenen vier Wänden zu tun war. Dienstag und Mittwoch waren das Krafteinheiten sowie hochintensives Intervalltraining, in den vergangenen beiden Tagen dann schon wieder Läufe.

Und koordiniert wurde eben alles von Mertelmeyer, der sich bei seinem Umzug nach Magdeburg vor gut sechs Jahren nicht im entferntesten hätte vorstellen können, einmal mit den Profis des FCM zusammenzuarbeiten. „Wenn man Sportwissenschaft studiert und selbst auch mal im Amateurbereich gespielt hat, denkt man schon darüber nach. Aber ich war da durchaus realistisch. Es gehört viel dazu, dass man es schafft, Athletiktrainer einer Profimannschaft zu werden. Ich hatte das eigentlich nie realistisch ins Auge gefasst“, gibt der Nachfolger von Dirk Keller zu.

Mertelmeyer sagt sofort zu

Doch nun ist es nach vier Saisons beim Nachwuchsleistungszentrum soweit, weil Mertelmeyer vom Trainerteam um Thomas Hoßmang angesprochen wurde. „Wir haben uns zusammengesetzt und darüber gesprochen. Ich habe gleich zugesagt“, berichtet er und ergänzt etwas bescheiden: „Ich glaube, man muss das Glück haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“

Doch natürlich hat ihm auch seine Expertise die Beförderung zu den Profis eingebracht. Der 32-Jährige kam im Oktober 2014 in die Elbestadt, um an der Otto-von-Guericke-Universität seinen Master in Sportwissenschaft abzulegen. Der aus Bad Hersfeld in Osthessen stammende, ehemalige Personal-Trainer hat dann vor vier Jahren „einfach mal beim FCM angefragt“ und ein Praktikum während seiner Master-Zeit absolviert. Nach seinem Abschluss wurde daraus ein Minijob, seit 2018 war er im NLZ dann festangestellt. „Das ging Stück für Stück weiter“, sagt Mertelmeyer.

Junges Trainerteam

Da war es ja fast der logische Schritt, dass sein Weg jetzt zur Drittliga-Mannschaft führte. Genau wie der von Hoßmang oder seinem seit gestern 28-jährigen Co-Trainer Matthias Mincu, der vorher die A-Jugend betreute. „Ich wusste, was auf mich zukommt“, sagt er lachend über das gute Verhältnis zu den beiden. „Die Kollegen sind sehr offen, deshalb hatte ich keine Probleme mich in das Team reinzufinden.“ Auch die anderen Kollegen aus dem Trainerstab wie Co-Trainer Silvio Bankert (35), Torwarttrainer Matthias Tischer (34) oder Videoanalyst Kevin Waliczek (32) kannte er bereits. Und Mertelmeyer fügt sich in dieses junge Team sehr gut ein.

Was bereits beim Auftakttraining zu sehen war. Dabei kam ihm direkt die Aufgabe zu, mit Dominik Ernst und Philipp Harant individuell zu trainieren. Nach ihrer Reha hat er die beiden Verteidiger wieder herangeführt. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt er über ihren Fortschritt. Und das hat er auch mit Blick auf das Teamtraining, das nach der ersten negativen Corona-Testreihe sicher bald wieder starten kann. Und wofür Mertelmeyer klare Vorstellungen hat: „Die Ausdauer und der Kraftbereich werden die größten Stellschrauben sein“, sagt er und „verspricht“ den Profis neben dem fußballspezifischen Training auch einige weitere Laufeinheiten.

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