Magdeburg l Es sind stürmische Zeiten beim 1. FC Magdeburg. Gestern Vormittag blies der Wind auf dem Trainingsplatz erbarmungslos. Die FCM-Spieler versuchten sich mit Mütze und Schal so gut es ging zu schützen.

Das ungemütliche Wetter passt gerade ziemlich gut zur sportlichen Situation beim Club. Nach vier sieglosen Spielen im neuen Jahr und Tabellenplatz 15 sind weitere Ausrutscher verboten.

Müller beim FCM fast immer in der Startelf

Einer, der mit diesem Druck offensichtlich gut umgehen kann, ist Tobias Müller. Der Abwehrchef besticht durch Ruhe und Abgeklärtheit. Beim FCM ist er Mr. Zuverlässig und einer der wenigen Spieler, die bisher konstant gute Leistungen abrufen. Ein Beleg dafür: Hinter Christian Beck hat Müller beim Club die meisten Spielminuten auf dem Konto. In 23 von 24 Drittligapartien stand der 25-Jährige in der Startelf. Das Hinspiel gegen Mannheim (1:1) verpasste er nur wegen einer Gehirnerschütterung. „Das zeigt das Vertrauen der Trainer und der Verantwortlichen im Verein. So etwas ist für jeden Spieler extrem wichtig und schön“, sagt er.

Am Sonntag im Spiel beim TSV 1860 München wird Müller sehr wahrscheinlich wieder in der Startelf stehen – es wäre sein 50. Drittligaspiel. Von solchen Statistiken hält der Defensivspieler allerdings nicht so viel. „Das ist ein netter Nebeneffekt, hat aber keinen Einfluss auf mein Spiel“, erzählt er. „Viel wichtiger ist, dass wir jetzt endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis feiern.“

Kämpferische Basis muss stimmen

Um das zu schaffen, muss die kämpferische Einstellung, die das Team beim 1:1 gegen Chemnitz gezeigt hat, zum Standard werden. „Es wird nur funktionieren, wenn wir die Basics wie Kampf, Leidenschaft und Einsatz Woche für Woche abrufen“, ist sich Müller sicher. „Es ist wichtig, dass man diese Grundlagen bei uns immer erkennt. Danach werden wir abgerechnet – von den Fans, von den Verantwortlichen im Verein.“

Zu diesen Grundlagen gehört auch ein guter Teamgeist. Und in den vergangenen Tagen gab es immer wieder Anzeichen, dass es da Nachholbedarf gibt.

Teamgeist stimmt laut Müller beim FCM

Tobias Müller will davon aber nichts wissen. „Dass wir einen guten Teamgeist haben, haben wir doch in vielen Partien gezeigt, in denen wir uns nach einem Rückstand zurückgekämpft haben. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie mit Druck umgehen kann. Das wird auch am Sonntag erkennbar sein.“

Klar ist: Gerade jetzt im Abstiegskampf sind Führungsspieler besonders gefordert. Und dazu gehört eben auch Tobias Müller, der seinen Vertrag im Verlauf der Vorrunde bis Mitte 2022 verlängert hat.

Der Defensivexperte hat in dieser Saison aber nicht nur das Verteidigen im Blick, sondern auch seine Vorliebe fürs Toreschießen entdeckt. Immerhin traf Müller bisher schon dreimal – jeweils beim 1:1 gegen Duisburg und in Kaiserslautern sowie beim 3:0 gegen Unterhaching.

Heißes Duell mit Mölders

Am Sonntag wird er aber wohl genug mit Sascha Mölders zu tun haben, der bereits zwölf Tore und acht Vorlagen verbucht hat. „Es steht außer Frage, dass Sascha Mölders ein richtig guter Stürmer ist. Er ist erfahren, bullig und torgefährlich. Ihn gilt es zu stoppen“, versichert Müller.

Helfen könnten auch die Erinnerungen an das Hinspiel, das der FCM mit 5:1 gewann. Mölders war damals sehr unauffällig.

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