Magdeburg l Verletzungen warfen ihn im vergangenen Jahr zurück. Der 25-Jährige ist auf Vereinssuche und will sich beim 1. FC Magdeburg empfehlen. Dort sieht er Parallelen zu Christian Beck.

Przybylko ist ein offener Typ. Er sucht das Gespräch, geht bei Unterhaltungen schnell in die Tiefe, hört aber auch gerne zu. Der 25-Jährige hatte deshalb auch keine großen Probleme, sich gestern beim FCM zurechtzufinden.

Alte Wegbegleiter beim FCM

Bis Donnerstag absolviert der Stürmer in Magdeburg ein Probetraining. In der Kabine traf er auf einige alte Wegbegleiter. „Mit Steffen Schäfer habe ich zusammen in Köln gespielt, mit Nico Hammann bei Arminia Bielefeld. Manfred Osei Kwadwo und Joel Abu Hanna kenne ich aus Kaiserslautern“, sagt er. Gerade mit Abu Hanna tauschte er sich gestern bei der ersten Einheit im Magdeburger Dress intensiv aus. „Ich hatte Joel im Vorfeld gefragt, ob er für mich ein Zimmer frei hat. Ich wollte ihm aber nicht auf die Nerven gehen. Der Verein war so nett und hat für mich ein Hotel gebucht“, sagt Przybylko und lacht.

Kacper Przybylko im FCM-Probetraining

Magdeburg (sk) l Auf der Suche nach möglichen Verstärkungen sind die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg auf Kacper Przybylko gekommen und haben ihn zum Probetraining eingeladen.

  • Co-Trainer Ronny Thielemann führt die FCM-Spieler beim Einlaufen an. Foto: Eroll Popova

    Co-Trainer Ronny Thielemann führt die FCM-Spieler beim Einlaufen an. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Probespieler Kacper Przybylko trainiert mit dem Ball. Foto: Eroll Popova

    FCM-Probespieler Kacper Przybylko trainiert mit dem Ball. Foto: Eroll Popova

  • Kennen sich aus Kaiserslautern: Kacper Przybylko (links) und Manfred Osei Kwadwo. Foto: Eroll Popova

    Kennen sich aus Kaiserslautern: Kacper Przybylko (links) und Manfred Osei Kwadwo. Foto: Eroll Popova

  • Die FCM-Verantwortlichen Mario Kallnik (links) und Maik Franz beobachten das Training und den neuen Probespieler. Foto: Eroll Popova

    Die FCM-Verantwortlichen Mario Kallnik (links) und Maik Franz beobachten das Training und den neu...

  • Kacper Przybylko spielt beim FCM für eine Woche auf Probe. Foto: Eroll Popova

    Kacper Przybylko spielt beim FCM für eine Woche auf Probe. Foto: Eroll Popova

  • Richard Weil (von links), Joel Abu Hanna und Kacper Przybylko bei einem Trainingsspiel. Foto: Eroll Popova

    Richard Weil (von links), Joel Abu Hanna und Kacper Przybylko bei einem Trainingsspiel. Foto: Ero...

  • FCM-Torhüter Jasmin Fejzic prüft die Torjägerqualitäten von Kacper Przybylko. Foto: Eroll Popova

    FCM-Torhüter Jasmin Fejzic prüft die Torjägerqualitäten von Kacper Przybylko....

  • Kacper Przybylko im Duell mit FCM-Stürmer Philip Türpitz. Foto: Eroll Popova

    Kacper Przybylko im Duell mit FCM-Stürmer Philip Türpitz. Foto: Eroll Popova

In den vergangenen dreieinhalb Wochen ist er viel unterwegs gewesen, stellte sich jeweils eine Woche beim MLS-Verein Philadelphia Union und beim englischen Drittligisten AFC Sunderland vor. „Philadelphia ist interessiert. Sie wollen mich unbedingt haben. Ich habe aber gesagt, dass ich mir noch etwas anderes anschauen will.“ In Sunderland hätte Przybylko noch mehrere Wochen zur Probe bleiben sollen, zu lange für den Stürmer. „Ich will nicht so viel Zeit verlieren. Mit Aue stand ich auch in Kontakt, dort war ich aber nie. Als sich Magdeburg gemeldet hatte, wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen“, sagt er. Denn: „Auch wenn ich ein Top-Angebot aus den USA habe, würde ich am liebsten in der 2. Liga spielen und beim FCM bleiben. Wenn ich in Magdeburg einen Vertrag bekomme, werde ich nicht 100, sondern immer 150 Prozent geben. Selbst wenn ich mich auf dem Platz übergeben sollte.“

Ähnlicher Typ wie Beck

Der 1,92 Meter große Stürmer hat nicht nur eine ähnliche Statur wie Trainings- und Sturmkollege Christian Beck, Przybylko selbst sieht auch Parallelen. „Beim Pokalspiel habe ich gesehen, dass er sehr viel läuft. Ich bin ein ähnlicher Typ, will wie er oft den Ball haben. Ich laufe für die Mannschaft, letztendlich müssen wir da aber die goldene Mitte finden.“ Identifikation spielt für ihn eine große Rolle, schon jetzt sagt er „Wir“, wenn es um den FCM geht.

Ob Pritsche, so nennen ihn seine Teamkollegen, das Club-Vereinslogo länger tragen wird, entscheidet sich wohl bereits am Donnerstag. Der ehemalige polnische U-Nationalspieler hat sich in der kurzen Zeit sogar schon ein bisschen in die Stadt verguckt. „Viele haben mir zuvor Angst gemacht. Ich halte aber nichts von Klischees und mache mir lieber selber ein Bild“, sagt der Offensivspieler. „Ich habe mir das Pokalspiel gegen Darmstadt im Stadion angeschaut, war am Sonnabend an der Elbe laufen und am Sonntag bei einem Festival. Es ist toll hier.“

Enttäuscht vom FCK

Nicht gut zu sprechen ist der gebürtige Bielefelder mit polnischen Wurzeln dagegen auf seinen Ex-Verein Kaiserslautern. „Ich habe sehr lange auf die Entscheidung warten müssen, ob sie mit mir verlängern wollen“, sagt er. „Ich habe zwei-, dreimal gesagt, dass ich in die 3. Liga mitgehen würde, wollte nur ein faires Angebot. Als die Saison vorbei war, kam aber nichts Faires.“

Der FCK setzte nach einem Jahr, in dem Przybylko nach einem Mittelfußbruch vom Verletzungspech verfolgt war, nicht mehr auf ihn. „Das Vertrauen hat gefehlt. Ich war zwar nicht die ganze Zeit verletzt, habe aber nur ein Spiel gemacht. Seit vier Monaten bin ich fit. FCK-Trainer Michael Frontzeck war allerdings der Meinung, dass ein Einsatz zu früh gekommen wäre.“

Enger Kontakt zu den Brüdern

Mit seinem Zwillingsbruder Jakub und dem älteren Bruder Mateusz hat er sich in dieser schwierigen Zeit oft ausgetauscht. „Wir sprechen viel miteinander, pushen und unterstützen uns.“

Auf Mateusz, der im ZDF-Sportstudio verriet, dass sein Bruder beim FCM ein Probetraining macht, ist er deshalb übrigens nicht sauer. „Er war wohl etwas nervös. Das war sein erster großer Fernsehauftritt und ist deshalb überhaupt nicht schlimm“, sagt Kacper Przybylko und schmunzelt.

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