Magdeburg l Um sich, wie einst Per Mertesacker scherzhaft sagte, erstmal drei Tage in die Eistonne zu legen, hat Sören Bertram nun wirklich keine Zeit. Doch der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg gab nach der 1:2-Niederlage bei Türkgücü München am Montagabend zu: „Ich bin komplett am Ende.“ Erst zum zweiten Mal in dieser Saison stand der 29-Jährige über die vollen 90 Minuten auf dem Platz – und hatte in München mehr Spielzeit als bei seinen fünf Kurzeinsätzen zuvor zusammen.

Doch nicht nur Bertram bekommt beim FCM eine neue Chance, auch Jürgen Gjasula. Der 35-Jährige stand unter dem neuen Trainer Christian Titz ebenfalls wieder in der Startelf, nachdem ihm sein Vorgänger – der zurückgetretene Thomas Hoßmang – zuvor sieben Spiele in Folge auf der Tribüne schmoren ließ. „Es fangen alle bei Null an und bekommen die gleiche Chance“, meint Titz. Nach nur zwei Trainingseinheiten war es für den Coach aber auch „nicht ganz einfach“, wen er in München aufstellen sollte. Doch der 49-Jährige weiß: „Ein guter Mix aus jungen und erfahrenen Spielern wird uns guttun.“

Coach spricht Mut zu

Und mit Bertram und Gjasula steht ihm die geballte Erfahrung zur Verfügung. Doch eben auch zwei Spieler, die ihr Leistungsniveau in dieser Spielzeit bislang noch nicht erreicht haben. Die zwischenzeitlich sogar suspendiert waren. „Für uns beide ist die Saison nicht so einfach“, gibt Bertram zu. „Wenn der Trainer einem Mut zuspricht, ist das immer schön. Ich denke, wir haben beide ein ordentliches Spiel gemacht.“

An den wenigen Angriffen des FCM war tatsächlich immer wieder Rechtsaußen Bertram beteiligt. Er holte nicht nur den Strafstoß heraus, den Gjasula verwandelte (16.), sondern spielte auch vor den Chancen von Sebastian Jakubiak (33.) und Nico Granatowski (57.) den entscheidenden Pass. „Das sind Situationen, auf die wir aufbauen können und die auch mir ein gutes Gefühl geben“, sagt der Blondschopf.

Gut verteidigt

Und auch Gjasula durfte sich vom Trainer über ein Sonderlob freuen: „Er ist ein guter Fußballer. Gerade, wenn wir das Spiel aufbauen wollen. Jürgen hat gut verteidigt und war sehr griffig. Er kann der Mannschaft etwas mitgeben.“ Gut möglich also, dass der Deutsch-Albaner im Titz-System wieder eine wichtigere Rolle spielt. „Es hat mich sehr gefreut, dass ich wieder auf dem Platz stand“, so Gjasula, der aber auch betont: „Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, was am besten für die Mannschaft ist. Nur alle zusammen schaffen wir es, da unten rauszukommen.“

Die Routiniers sind sich zumindest einig, dass der FCM mit Titz den Klassenerhalt packen kann. „Wir haben in dieser Woche noch genug Einheiten mit dem neuen Trainer, um seine Spielidee zu verinnerlichen“, sagt Gjasula mit Blick auf das Heimspiel am Sonntag ab 14 Uhr gegen Verl. „Ich bin überzeugt davon, dass wir im nächsten Spiel noch einen Schritt weiter sind.“

Auch Bertram freut sich, dass der FCM nicht mehr nur mit langen Bällen agiert, sondern Titz den „spielerischen Ansatz“ sucht. „Wir haben jetzt eine Woche länger Zeit, um uns das anzugewöhnen.“ Nachdem der Dienstag zur Regeneration genutzt wurde, stehen heute schon wieder zwei Trainingseinheiten an. Besonders für Gjasula und Bertram heißt es dann: Zähne zusammenbeißen. Möglicherweise stehen beide Routiniers auch gegen Verl wieder 90 Minuten auf dem Platz.

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