Magdeburg l Tarek Chahed war nach dem 3:0 gegen Unterhaching zufrieden. Kein Wunder: Schließlich hatte der Stürmer des 1. FC Magdeburg mit seinem Treffer kurz nach der Halbzeit, es war das 3:0, die Vorentscheidung besorgt. Doch Chahed war auch erleichtert. Denn: „Wir hatten uns ganz fest vorgenommen, endlich unsere Chancen zu nutzen, endlich effizienter zu sein.“ Auch das gelang gegen die Münchner Vorstädter richtig gut.

Was auffällt: Trotz der drei Treffer suchte man diesmal bei den Torschützen vergeblich die Namen Sören Bertram und Christian Beck. Es war erst die dritte Partie in dieser Saison, in der der FCM mindestens einen Treffer erzielte – und in der nicht einer von beiden traf. Zuvor war das zudem bei den Unentschieden in Kaiserslautern und gegen Duisburg (jeweils 1:1) der Fall. In den Spielen gegen Rostock (0:1), Uerdingen, Chemnitz und Zwickau (jeweils 0:0) erzielte der Club gar keinen Treffer.

Beck und Bertram bisher oft Mittelpunkt

Die Statistik der Stürmer ist beeindruckend: Schließlich verbuchte Christian Beck in 16 Spielen sechs Tore und vier Vorlagen, Bertram kommt auf sieben Treffer und zwei Vorlagen. Das sind immerhin 13 von 23 Saisontoren. Über fast die gesamte Saison lautete deshalb bisher die Devise: Entweder trifft Beck oder Bertram – oder eben fast niemand.

Doch mit dieser Einseitigkeit könnte jetzt Schluss sein: Gegen Unterhaching trugen sich neben dem nominellen Stürmer Chahed nämlich auch Mittelfeldspieler Rico Preißinger und Abwehrspieler Tobias Müller in die Torschützenliste ein. Für Beck ist das überhaupt kein Problem: „In erster Linie zählt, dass wir gewinnen. Wenn ich eine Vorlage zu einem Tor geben kann, freue ich mich darüber natürlich auch.“

Eine Vorlage hatte Beck dann auch gegen Haching auf der Habenseite – vor Müllers Treffer verlängerte er den Ball per Kopf.

Chahed freut sich über Flexibilität

Dass der FCM gegen die Bayern trotzdem offenbar eine neue Unabhängigkeit von seinen beiden Top-Stürmern für sich entdeckt hat, will Chahed zwar nicht zu hoch hängen: „Eigentlich ist egal, wer trifft.“ Er sagte aber auch: „Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, wenn wir die Tore auf mehrere Schultern verteilen.“

Denn dadurch ist der FCM deutlich schwerer ausrechenbar, als wenn der Fokus nur Beck und Bertram gilt. Das war auch gegen Haching gut zu beobachten. Während der Gegner schon viel zu tun hatte, Beck und Bertram in den Griff zu bekommen, versuchte es Preißinger auch mal aus der Distanz – über die Flügel wirbelten Leon Bell Bell und Dominik Ernst. Dadurch sorgte der FCM in der zuvor mit 14 Gegentreffern eigentlich sehr sicheren Defensive der Gäste für das von Trainer Stefan Krämer häufig geforderte Chaos.

Maik Franz sieht Haching-Spiel als Maßstab

Entsprechend zufrieden war auch Maik Franz: „Das war genau das, worüber wir zuletzt gesprochen hatten. Das Haching-Spiel war ein guter erster Schritt dahin, schwerer ausrechenbar zu sein.“

Der FCM-Sportchef hält aber nichts davon, sich auf dem Erreichten auszuruhen: „Diese gute Leistung gilt es jetzt zu bestätigen. Wir haben einen Maßstab gesetzt und wollen immer wieder dorthin kommen.“

Richtungsweisende Spiele bis Weihnachten

Der Partie in Großaspach sei bezogen auf die Entwicklung eine enorm wichtige Partie. Schließlich hat es der FCM in dieser Saison bisher noch nicht geschafft hat, zweimal in Folge zu gewinnen. „Das Großaspach-Spiel ist deshalb unabhängig von den Rahmenbedingungen oder der Anzahl der Zuschauer für uns etwas Großes“, sagt Franz. Und: „Die kommenden vier Partien werden für uns richtungsweisend sein, werden zeigen, was möglich ist. Wir sollten das als große Chance sehen.“

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