Magdeburg l Wenn Sebastian Jakubiak die Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr auch in der Magdeburger MDCC-Arena so präzise spielt, wie er es zu seiner besten Zeit beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo getan hat, dann darf sich der 1. FC Magdeburg auf einen Neuzugang freuen, der das Offensivspiel durchaus bereichern kann. Am Freitagnachmittag hat der FCM die Verpflichtung des 27-jährigen Mittelfeldspielers bekanntgegeben. Und Jakubiak, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, könnte ein weiteres wichtiges Puzzleteil für die kommende Drittliga-Saison sein.

Der gebürtige Lübecker ist in der Mittelfeldzentrale sehr variabel einsetzbar. In den Niederlanden kam ihm vornehmlich der defensivere Part zu. Doch dabei hat er, wie in Video-Ausschnitten zu erkennen, nicht nur gegnerische Angriffe mit einem geschickten Stellungsspiel und einer robusten Zweikampfführung unterbunden, er setzte auch immer wieder Akzente nach vorn. Entweder mit den Schnittstellen-Pässen oder mit technisch starken Dribblings bis zum gegnerischen Sechzehner.

Dennoch: Bei aller Vorfreude der Club-Fans auf den 1,75-Meter-Mann, der mit Almelo zuletzt auf Platz acht landete: Er verbuchte in seinen drei Jahren im Nachbarland lediglich 23 Einsätze. Warum, ist jedoch schnell erklärt. Bereits im ersten Jahr warf ihn in der Hinrunde eine Knöchelverletzung zurück, in der Rückrunde war Jakubiak dann Stammspieler. Seine größte Leidenszeit durchlebte er aber in den Jahren 2018 und 2019, als er aufgrund von zwei schweren Verletzungen kaum auflaufen konnte.

Großes Verletzungspech

Gerade als er von einem Kreuzbandriss zurückkehrte, verletzte er sich im Training am anderen Knie. „Meine Stärke ist, dass ich nie aufgebe. Auch nicht nach diesem nächsten Rückschlag“, wurde er in der niederländischen Zeitung „Tubantia“ zitiert. Auch deshalb verlängerte Heracles Almelo, auch Ex-Verein vom Wolfsburger Torjäger Wout Weghorst, seinen Vertrag im Sommer 2019. Was durchaus für die Qualitäten des Norddeutschen mit polnischen Wurzeln spricht. Erst im Oktober 2019 gab er sein Comeback, kam bis zum Abbruch der Spielzeit im März aber nur fünf Mal zum Einsatz, wurde davon vier Mal eingewechselt.

Vor seiner Zeit in Almelo, das nur gut 30 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt, kam Jakubiak in der Regionalliga Nord und West insgesamt 129 Mal zum Einsatz, erzielte dabei fünf Treffer und bereitete zehn weitere vor. In seiner Vita steht neben seinen ersten Stationen beim VfB Lübeck und dem FC St. Pauli II auch der SV Rödinghausen, Ex-Verein vom ehemaligen FCM-Stürmer Marius Bülter und Testspielgegner in der diesjährigen Sommervorbereitung der Blau-Weißen.

Chancen auf Stammplatz

Nun will sich Jakubiak erstmals auch in der 3. Liga beweisen. Und hat beim FCM durchaus Chancen auf einen Stammplatz. Plant Coach Thomas Hoßmang mit ihm als offensiven Part im Mittelfeld, könnte er zum kreativen Antreiber werden, der nach dem Abgang von Mario Kvesic gesucht wurde. Zusammen mit Jürgen Gjasula und Neuzugang Adrian Malachowski könnten die wichtigsten Bausteine in der FCM-Schaltzentrale damit schon gefunden sein.

Mit Rückendeckung von hinten könnte der 27-Jährige Stürmer wie Christian Beck oder Kai Brünker mit Vorlagen füttern. Bleibt der beim HSV ausgebildete Rechtsfuß verletzungsfrei, besteht durchaus die Chance, dass er ab September an einigen FCM-Toren beteiligt sein wird.

Oder wie er auf seiner Instagram-Seite auf Englisch sinngemäß schreibt: „Du wirst nicht erfolgreich sein, wenn du nicht weißt, wo das Tor steht.“ Nach einer – vor allem offensiv – unbefriedigenden FCM-Saison könnte Jakubiak demnächst also für neue Akzente sorgen.

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