Magdeburg l Nach dem 1:1 gegen Kiel waren die Spieler des 1. FC Magdeburg im ersten Moment enttäuscht. Schließlich kratzte der FCM an einer Überraschung gegen den Aufstiegskandidaten. Die Volksstimme nennt fünf Gründe für den sportlichen Aufschwung des Clubs.

Erfolgserlebnisse

Die Negativserie war erdrückend. In der Zweitliga-Hinrunde feierte der FCM nur einen Sieg – 1:0 in Sandhausen. Der Club war zehn Partien in Folge ohne Dreier und blieb auch zu Hause ohne Erfolgserlebnis. „Deshalb haben uns die Testspielsiege in der Vorbereitung besonders gut getan“, betonte FCM-Trainer Michael Oenning. Denn: „Die Jungs brauchten einfach mal Erfolgserlebnisse. Sie haben gesehen, dass sie gewinnen können.“ Das sieht auch Verteidiger Dennis Erdmann so: „Ich bin eigentlich kein Freund von Testspielen. Es hat sich diesmal aber ein gewisser Trend entwickelt.“

Den Schwung hat das Team in die 2. Bundesliga mitgenommen. Der FCM spielte bei den 1:0-Siegen gegen Aue und in Ingolstadt zwar nicht schön, war aber erfolgreich.

Mut zur Offensive

Durch die Erfolgserlebnisse kam zuletzt die Sicherheit zurück. Beim 1:1 gegen Kiel zeigte der Club sein spielerisches Potenzial. „Das war Werbung für den Fußball“, jubelte Oenning. Der Trainer hat es geschafft, das Team nach seiner Amtsübernahme von einer ganz anderen Ausrichtung zu überzeugen. Unter Ex-Coach Jens Härtel stand die Arbeit gegen den Ball im Vordergrund. Bei Oenning ist das anders. „Gerade zu Hause will ich, dass wir nach vorne spielen. Das ist der Weg – und der ist alternativlos“, betont er immer wieder.

Die Mannschaft ist von dieser Strategie überzeugt und zeigt ihre Spielfreude auf dem Platz. „Die erste Halbzeit gegen Kiel war von uns richtig gut“, sagte Mittelfeldspieler Rico Preißinger. Durch die Winter-Neuzugänge Jan Kirchhoff, Steven Lewerenz und Timo Perthel wurde zudem die Qualität noch mal erhöht.

Kompakte Defensive

In der Hinrunde kassierte der FCM zu viele Gegentreffer. In 17 Partien waren es immerhin 31 – nur Ingolstadt war schlechter (33). Doch im Jahr 2019 ist die Magdeburger Schießbude bisher geschlossen. In drei Spielen gab es nur einen Gegentreffer. Die Mannschaft hat den nächsten Schritt gemacht. Oenning hat von einer Dreier- auf eine Viererkette umgestellt. Die beiden Innenverteidiger Tobias Müller und Dennis Erdmann scheinen sich gefunden zu haben. Außerdem experimentiert der Trainer nicht so viel herum, er setzt auf eine eingespielte Defensive. Der FCM hält mittlerweile häufig die Balance, verhält sich nur noch selten ungestüm.

Flexibilität

Eine der großen Stärken von Trainer Michael Oenning ist, dass er kein „Systemfanatiker“ ist. „Am Ende sind immer elf Spieler auf dem Platz“, sagt er und lacht. Was er damit meint: Seine Mannschaft soll sich im Verlauf eines Spiels auf verschiedene Situationen einstellen können und entsprechend schnell auch das System ändern. Als es in Ingolstadt mit der 4-3-3-Grundordnung hakte, stellte er auf ein 4-4-2 um. Gegen Kiel begann der Club in einem 4-4-2 mit Mittelfeldraute. Der Coach: „Wir müssen flexibel sein – das gilt für das System und die Spieler.“ Bestes Beispiel ist Marius Bülter, der gegen Kiel zunächst Rechtsverteidiger und gegen Spielende Stürmer war.

Teamgeist

Die Mannschaft präsentiert sich im Jahr 2019 wieder als echtes Team. Die Ersatzspieler freuen sich nach einem Tor gemeinsam mit dem Stammpersonal. Auf dem Trainingsplatz wird zudem wieder häufiger gelacht. Der pädagogische Ansatz von Oenning ist so klar wie einfach. „Die Spieler sollen auch Spaß haben“, sagt er. Der Trainer nimmt sich da gar nicht raus, hat in den Einheiten immer mal wieder einen Spruch parat. „Ich finde es wichtig, dass unserer Trainer das so vorlebt – im Training und in der Kabine“, sagt Winter-Neuzugang Steven Lewerenz.

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