Magdeburg l Wie im Vorfeld bereits erwartet, waren die fünftplatzierten Niedersachsen ein anderes Kaliber als zuletzt die Kellerkinder aus Chemnitz und Cottbus. Trotzdem machte die Mincu-Elf am Sonnabend auf heimischem Platz ihren Job ordentlich. „Wir haben kein schlechtes Spiel geliefert“, zeigte sich der Coach der Bundesliga-A-Junioren vom 1. FC Magdeburg nach dem 0:1 (0:0) gegen Hannover 98 grundsätzlich zufrieden, erkannte aber neidlos an: „Gerade in der zweiten Hälfte haben sich die Hannoveraner den Sieg verdient, sie waren das reifere Team.“

Einzig die Art und Weise , wie diese Niederlage zustandegekommen ist, missfiel dem Trainer sehr. „Wir hatten schon vorher einige Szenen, in denen die 96er hätten in Führung gehen können“, sah Mincu, „aber die Szene, in der das 0:1 dann fällt, war völlig überflüssig.“

Pöllmann trägt Kapitänsbinde

Zustimmung erhielt er da von Abwehrchef Oliver Pöllmann, der für den Gelb-gesperrten Julian Weigel diesmal die Kapitänsbinde trug: „Bei dem Gegentreffer verteidigen wir zu kindlich, das ärgert mich. Nach einem einfachen Ballverlust im Mittelfeld laufen wir, anstatt taktisch zu foulen, in einen ganz dummen Gegenangriff.“ Durch die Mitte durfte 96-Kapitän Simon Fabio Stehle dribbeln und so letztlich vor Tom Schlitter einschießen (72.).

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Der 17-jährige Schlussmann, der noch am Freitagabend beim Drittliga-Gastspiel des 1. FC Magdeburg bei Viktoria Köln auf der Bank saß, erst spät in der Nacht wieder in Magdeburg ankam und dann um 12 Uhr schon wieder zwischen den Pfosten stand, war bei diesem Treffer machtlos. Mit seinem Einsatz verdiente sich Schlitter dennoch ein Sonderlob. Mincu: „Auf dem Platz hat man ihm nicht angemerkt, dass er Freitagnacht quer durch die Republik gefahren ist. An ihm hat es ganz sicher nicht gelegen.“

Auch Vertretungskapitän Pöllmann sah im Vergleich zu den letzten Erfolgserlebnissen das größte Manko nicht in der Defensive: „Von der Einstellung her waren wir wieder top. und auch die Abwehr stand solide, aber die Effektivität und Konsequenz der Vorwochen hat diesmal gefehlt.“

Weigel fehlte dem FCM

Gefehlt hat mit Julian Weigel zudem eine wichtige Stütze der Mannschaft. „Mit seiner Erfahrung ist ,Jule‘ eigentlich unverzichtbar für das Team. Auch als Kapitän macht er einen sehr guten Job“, adelte ihn sein Vertreter Pöllmann, der in der Mannschaft auch ohne Binde den höchsten Respekt seiner Mitspieler genießt. „Ich freue mich, dass ich im Team so anerkannt bin“, so „Pölle“.

Darum will der 18-jährige Führungsspieler, der nach einer Verletzung zum Saisonstart mehrere Wochen ausfiel und die U 19 seit seiner Rückkehr Ende September maßgeblich stabilisiert, jetzt auch mit gutem Beispiel vorangehen und den Kopf gar nicht erst hängen lassen. „Die Stimmung war am Sonnabend leicht geknickt, weil die Niederlage doch unnötig war. Es ist im Fußball aber vollkommen normal, auch mal zu verlieren, schließlich ist Hannover ein Top-Fünf-Team der Liga. Die Frage ist nur, wie man von Niederlagen zurückkommt“, meinte er.

Tugenden verinnerlicht

Pöllmann warf deshalb sogleich einen Blick nach vorn: „Wir sollten in dieser Woche konzentriert trainieren und wieder hart an uns arbeiten, um beim Niendorfer TSV gegen einen direkten Kontrahenten einen wichtigen Sieg einzufahren.“

Bei einem Punkt ist er sich besonders sicher: „Die Magdeburger Tugenden hat inzwischen jeder bis auf die Knochen verinnerlicht. Wenn wir diese regelmäßig auf den Platz bringen, können wir jedem Gegner der Bundesliga einen harten Kampf liefern. Und genau das ist unser Anspruch.“

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