Magdeburg l Mit einer klaren Handbewegung zeigte Jens Härtel, dass er nicht zufrieden war. Dem FCM-Trainer passte der Abstand der Mauer nicht. Also legte er im Training selbst Hand an, schob die Spieler so weit zurück, dass Nico Hammann beim Freistoß genug Platz hatte.

Am Dienstag standen im Training Standard-Situationen auf dem Programm. Freistöße, Ecken, Elfmeter – Härtel ließ nichts aus. Und dieser Ansatz kam nicht von ungefähr. Standards können in Phasen, in denen es spielerisch nicht läuft, eine richtige Waffe sein. Allerdings offenbarte der Club in Aue und zuvor gegen St. Pauli auch beim ruhenden Ball Schwächen.

Luft nach oben beim Kopfballspiel

„Es geht um die grundsätzliche Bereitschaft, aus einem Standard ein Tor erzielen zu wollen“, erklärt Härtel. „Die letzten zwei Ecken in Aue waren besser. Da hatten wir auch das Gefühl, dass wir ein Tor machen können. Davor hatten wir das nicht.“ Besonders in den Luftduellen nach Hereingaben gebe es große Unterschiede zwischen der 2. und 3. Liga. Härtel: „Jetzt weht ein anderer Wind. Wir müssen uns verbessern.“

Das FCM-Trainerteam hat die Standardbilanz der vergangenen Saison genau unter die Lupe genommen. Viele Treffer resultierten aus Elfmetern oder aus Folgesituationen nach Ecken und Freistößen. Direkt danach passierte dagegen wenig. „Ein paar Jungs bei uns müssen im Kopfballspiel zulegen. Besonders wichtig ist aber natürlich, dass die Bälle des Standardschützen gut ankommen“, betont Härtel.

Neben Hammann, der zuletzt auf der Bank saß, kommen als Schützen Nils Butzen, Philip Türpitz, Michel Niemeyer und Rico Preißinger infrage. Bisher fehlte aber allen die Konstanz. „Wir haben nicht den sensationellen Standardschützen, der jeden Ball auf den Punkt bringt. Ein paar Jungs können es ordentlich. Jetzt kommt es darauf an, dass sie diese Situation gut spielen, wenn es darauf ankommt“, stellt der Trainer klar.

Konzentration auf Standards

Die Konzentration auf Tore nach Standards ist ein logischer Schritt. In der bisherigen Zweitliga-Saison präsentierte sich der Club zwar defensiv stabil, entwickelte aber wenig Torgefahr. „Das große Problem sind die vielen, einfachen Ballverluste, nachdem wir den Ball erobert haben“, sagt Härtel. „Dadurch haben wir uns in Aue einige Situationen kaputtgemacht. Es sind Kleinigkeiten, die noch nicht stimmen. Wir sind noch nicht bei hundert Prozent.“

In der vergangenen Woche streute das Trainerteam deshalb Übungen ein, in denen es darum ging, nach einem Ballgewinn das Spielgerät länger zu halten. Auch wenn es auf dem Platz hektisch wird, sollen die Spieler gute Entscheidungen treffen. „Wir wollen unser Spiel aber nicht komplett umstellen. Das Spiel mit Ball war noch nie unsere ganz große Stärke und wird es in absehbarer Zeit wahrscheinlich auch nicht werden“, stellt der Coach klar. „Deshalb geht es jetzt darum, die Dinge zu optimieren. Sonst müssten wir nur Ballbesitz trainieren und würden die anderen Dinge vernachlässigen.“

Wechsel auf Torhüter-Position

Am Freitag (20.45 Uhr) im DFB-Pokal zu Hause gegen Darmstadt wird Härtel unterdessen einigen Spielern eine Chance geben, die zuletzt nicht auf dem Rasen standen: „Torhüter Alexander Brunst wird spielen, das ist so besprochen. Es gibt auch die Überlegungen, weitere Änderungen vorzunehmen. Wir wollen einfach schauen, ob es andere personelle Optionen für die Liga gibt.“

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