Magdeburg l Achim Streich blickt zurzeit mit Sorge auf die Drittliga-Tabelle. „Der FCM hat vier Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Und bei der gezeigten Leistung hat man zurzeit wenig Hoffnung, dass jetzt ein Lauf kommt“, sagt der 69-Jährige. Vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München II heute um 14 Uhr (Volksstimme-Liveticker) hat der ehemalige FCM-Stürmer drei Problemfelder ausgemacht, die für ihn mit ausschlaggebend dafür sind, dass der Verein erneut am Tabellenende herumdümpelt.

⦁ Defensive

„Dass wir mit unserer Offensive nicht zu den besten gehören, ist einem ja bewusst. Aber jetzt ist auch die Defensive eine Schwäche von uns, dabei war auf sie immer Verlass“, moniert Streich. 16 Gegentore kassierte der Club bisher – nur der SV Meppen (17) ist noch anfälliger. Zur Erinnerung: Die vergangene Saison schloss der FCM mit einem Torverhältnis von 49:42 ab, hatte damit nach dem FC Ingolstadt (40) ligaweit die wenigsten Gegentore.

Jetzt aber werden „einfache lange Bälle gefährlich“ und die Profis machen „Fehler, die man im Jugendbereich nicht machen darf“, so Streich. Für ihn spielt da auch die Transferpolitik eine Rolle. Mit Björn Rother und Charles Elie Laprevotte – „der meiner Meinung nach nie schlecht gespielt hat, wenn er zum Zug kam“ – habe man Spieler aus dem defensiven Mittelfeld verloren, sei dadurch in der Abwehr schwächer geworden. Doch für Streich noch viel auffälliger: „Keiner ist bereit, sich für den anderen in den Dreck zu schmeißen.“ Was ihn direkt zum nächsten Punkt führt.

Mannschaftliche Geschlossenheit

„Im Stadion hört man selbst bei Geisterspielen wenig – das ist eine tote Mannschaft“, wird Streich deutlich. Es fehle am Miteinander, „gerade bei Heimspielen muss man zeigen, wer der Herr im Haus ist, und sich auf dem Spielfeld gegenseitig pushen“. Reibungspunkte gebe es in einem Team immer, aber sobald eine Partie angepfiffen ist, müsse doch das Motto gelten: „Alle oder keiner.“ Streich: „Von außen hat man den Eindruck, dass es da nicht zu einhundert Prozent stimmt.“

⦁ Führungspersonal

Dass Trainer Thomas Hoßmang nicht der Alleinschuldige an der momentanen Situation ist, müsse man niemandem erklären. „Aber als Trainer bist du immer die ärmste Sau. Letztlich hast du den Hut auf und musst den Kopf hinhalten“, sagt Streich. Er vermisst bei Hoßmang allerdings auch den „Mut, etwas Verrücktes zu machen“. Suspendierungen lässt er da nicht gelten. „Er hat zu lange an einer Formation festgehalten, die nicht überzeugt hat. Christian Beck ist zwar Kapitän, bringt aber im Moment keine Leistung. Da schaut doch aber die ganze Mannschaft ganz genau hin, ob der Trainer nach Leistung aufstellt oder nicht. So etwas stiftet Unruhe und das ist Gift fürs Team.“ Laut dem 69-Jährigen wird gerade kein Weg aus der Krise aufgezeigt – „wenn man die Wende schaffen will, muss sich das Gefüge innerhalb des Teams verändern“.

Heute gibt es einen Live-Ticker zum Spiel auf: www.volksstimme.de/fcm-blog