Magdeburg l Im Training ist Matthias Tischer total fokussiert. Der Torwarttrainer des 1. FC Magdeburg feuert seine Schützlinge Jasmin Fejzic, Alexander Brunst und Mario Seidel immer wieder an. Er sucht aber auch oft das Einzelgespräch.

Noch vor wenigen Jahren war er es, der angefeuert wurde. Doch Tischer beendete 2016 seine aktive Karriere bereits im Alter von 30 Jahren. „Es war nicht leicht. Ich hatte zwei Optionen: Beim Club zu bleiben oder noch mal zu einem anderen Verein zu gehen. Angebote gab es – aus der 3. Liga und der Regionalliga“, so Tischer, der 20 Jahre für den Club spielte. „Ein Wechsel wäre aber damit verbunden gewesen, dass ich das, was ich hier aufgebaut habe, hätte aufgeben müssen.“

Der gebürtige Magdeburger entschied sich für das gewohnte Umfeld, die Familie. „Der aktive Fußball kann ganz schnell vorbei sein. Das Geschäft ist knallhart. Als Spieler gerät man schnell in Vergessenheit“, sagt er. „2016 hatte ich die einmalige Chance, nicht nur an die nächsten drei, sondern an die nächsten 20 Jahre zu denken.“

Tischer blüht auf

Im Rückblick lag Tischer damit goldrichtig. Der FCM hatte 2015/2016 wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Jo Stock rund sechs Monate ein Vakuum auf der Torwarttrainerposition. Als sich Tischer für einen Job im Verein entschied, war er die logische Besetzung für diesen Posten. Er kümmerte sich zunächst aber nicht nur um die Schlussmänner der Profimannschaft. „Ich habe die Torhüter aller sieben Mannschaften im Verein trainiert, von der 1. Mannschaft bis zum jüngsten Nachwuchs“, sagt er. Gerade zu Beginn testete er viele neue Übungen mit Nachwuchs- torhütern. Wenn sich diese bewährten, übernahm er sie bei den Profis. „Ich bin in meiner neuen Aufgabe aufgeblüht. Es macht mir sehr viel Spaß. Ich bilde mich auch ständig weiter und mache viele Lizenzen“, sagt der 32-Jährige.

Tischer legte zu Beginn seiner neuen Karriere viel Wert auf Gespräche mit Jan Glinker, mit dem er zuvor um den Platz im Tor stritt und den er dann ohne großen Übergang trainierte. „Es war sicherlich nicht ganz einfach. Jan hat aber sehr schnell gemerkt, dass ich Ahnung von dem habe, was ich erzähle“, erklärt er.

Gute Zusammenarbeit mit Härtel

Auch mit Trainer Jens Härtel tauschte er sich schnell aus. „Er war schließlich der Trainer, der mich zuletzt nicht mehr aufgestellt hatte. Plötzlich war ich in seinem Trainerstab“, so Tischer. „Ich habe ihm gesagt, dass ich anfangs sicherlich nicht alles richtig machen werde, mir aber Vertrauen sehr wichtig ist. Es hat sich toll entwickelt, wir arbeiten Hand in Hand.“

Nach dem Zweitliga-Aufstieg hat sich das Aufgabenfeld von Tischer verändert. Schwerpunktmäßig ist er für die Torhüter der Profimannschaft zuständig. Außerdem betreut er die Keeper des U-19-Teams und koordiniert die neuen Torwarttrainer im Nachwuchsbereich.

Mentalbereich ist wichtig

Dabei achtet er nicht nur auf gute Paraden. Tischer: „Bei Torhütern spielt der Mentalbereich eine wichtige Rolle. Ich habe selber in der MDCC-Arena gespielt und kenne den Druck. Die Jungs müssen viele Entscheidungen innerhalb von Sekunden treffen. Deshalb rede ich auch sehr viel mit den Keepern.“

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