Magdeburg l Christian Titz soll es also richten. Und wenn man bedenkt, mit welcher Laufzeit sein Vertrag beim 1. FC Magdeburg ausgestattet ist, dann bringt der neue Coach und Nachfolger von Thomas Hoßmang nicht nur eine große Erfahrung, sondern auch großen Optimismus mit. Denn Titz hat bis zum 30. Juni 2022 bei den Blau-Weißen unterschrieben. Der Vertrag gilt für die 3. Liga.

Mit wenigen Worten hat der FCM in seiner Pressemitteilung gestern Abend erklärt, wohin die Reise mit Titz gehen soll: zum Klassenerhalt. Die Mission wird keine leichte sein. Aber Titz ist nicht zuletzt erfahren im Abstiegskampf. In der Saison 2017/18 hatte er Bernd Hollerbach als Trainer des Bundesligisten Hamburger SV beerbt. Aus einer hoffnungslosen Situation heraus führte er die Mannschaft bis zum letzten Spieltag auf zwei Punkte an den Relegationsplatz heran – doch sollte es trotz eines Sieges zum Schluss nicht mehr zum Klassenerhalt reichen. Trotzdem erhielt Titz viel Zustimmung für seine Arbeit und durfte (vorerst) HSV-Trainer bleiben, ehe er ebenfalls ins Rad der Fußball-Mechanismen geriet und entlassen wurde. Zuletzt war Titz beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen tätig.

FCM-Sportchef Otmar Schork wird diese Hamburger Abstiegskampf-Anekdote aus der Karriere des gebürtigen Mannheimers Titz mit in seine Entscheidung einbezogen haben. Er sagt: „Wir sind sehr froh, dass es uns innerhalb weniger Tage gelungen ist, Christian Titz für den 1. FC Magdeburg zu gewinnen. Mit ihm haben wir einen neuen Impuls gesetzt und gehen jetzt gemeinsam die Mission Klassenerhalt in der 3. Liga an.“ Und zwar ab Montag bei Türkgücü München (19 Uhr).

Bittroff und Jacobsen gesperrt

Wenige Stunden vor der Verkündung des neuen Trainers hatte noch Silvio Bankert über die Vorbereitung auf die kommende Aufgabe referiert. Nach dem Rücktritt Hoßmangs am vergangenen Dienstag hatte der 35-Jährige gemeinsam mit Matthias Mincu (28) die sportliche Verantwortung beim Tabellenvorletzten übernommen und die Mannschaft durch schwierige Bedingungen geführt. „Wir haben versucht, bestmöglich mit den Gegebenheiten umzugehen“, sagte Bankert mit Blick auf das schneebedeckte Areal an der MDCC-Arena. „Die Stadt hat uns dabei unterstützt, dass wir wenigstens auf einem halben Platz trainieren können.“

Derweil hat sich die Liste der Verletzten und Ausfälle fast vollständig gelichtet. Bis auf Dustin Bomheuer und Luka Sliskovic waren 25 Akteure in den Einheiten dabei. Allerdings werden Alexander Bittroff und Thore Jacobsen in München wegen einer Gelb-Sperre fehlen. Bankert und Micu haben in der kurzen Zeit versucht, „positive Energie reinzubringen“ und mit den Spielern nach vorn zu schauen. Bankert hat außerdem berichtet, was Hoßmang der Mannschaft zum Abschied sagte: „Er ist davon überzeugt, dass wir die Klasse halten.“

Das ist auch Christian Titz, sonst hätte er erstens den Job nicht übernommen und zweitens nicht bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben. Sportchef Schork erklärte: „Es gilt jetzt, schnell die Mannschaft zu erreichen und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“