Magdeburg l Direkt nach Abpfiff kam nicht nur bei Maik Franz der Frust hoch. Der Sportchef des 1. FC Magdeburg fand nach der 1:2-Niederlage beim FC Bayern München II klare Worte: „Es war, als ob hier zwei U-23-Mannschaften gegeneinander gespielt haben. Nach einem überzeugenden Spiel haben wir wieder nicht nachgelegt. Da werden wir den Finger in die Wunde legen, das intern kritisch ansprechen. Das hat mir nicht gefallen.“ Geschäftsführer Mario Kallnik musste dagegen seine Stimmungslage gar nicht erst erklären. Als klar war, dass der FCM aus dem Grünwalder Stadion keine Punkte mitnimmt, stürmte er von der Tribüne, die Tür knallte hinter ihm zu.

Nach einer Nacht Schlaf und der Spielanalyse gestern sind die ersten Emotionen nun wieder etwas abgeflacht. Denn: „Eigentlich haben wir ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht, haben wenig zugelassen und gute Chancen kreiert. Aber dann war es wiederum nicht ordentlich, weil wir verloren haben“, erklärt Franz das Dilemma.

Aggressivität fehlt beim FCM

Der Verein und die Verantwortlichen wollen sich nicht verstecken und auch nichts schönreden. Allerdings war die Leistung der Mannschaft in München ja auch beileibe nicht desaströs. Das zeigen allein die Torchancen, die sich der FCM herausgespielt hat. Ein Rundumschlag wäre somit auch daneben. „Das ist deshalb ein schmaler Grat, auf dem wir uns da gerade befinden. Weder das eine noch das andere sollte man überziehen“, sagt Franz. Und meint damit das Loben einerseits, andererseits aber auch das Kritisieren.

Um das zweite Spiel in Folge zu gewinnen, hätte es in München vor allem Aggressivität gebraucht. Exemplarisch dafür ist für Franz die Entstehung des ersten Gegentores. „Es gab vier Möglichkeiten, das Tor zu verhindern und dazwischenzufegen. Da muss beim Pressschlag eben mal durchgezogen werden oder ein taktisches Foul her. In den entscheidenden Momenten waren wir einfach nicht aggressiv genug“, ärgert er sich.

Vor einer Woche im Derby gegen den Halleschen FC war genau diese Entschlossenheit noch da. „Wir lassen es aufblitzen, das stimmt. Die Qualität ist somit vorhanden, wir müssen sie nur kontinuierlich einbringen“, sagt Franz. Und: „Wir brauchen momentan fünf Großchancen, um ein Tor zu erzielen. Bayern hat drei Möglichkeiten und macht zwei Tore draus.“ Ein Effizienz-Problem.

FCM entwickelt sich

Doch einen fehlenden Lerneffekt will Franz der Mannschaft nicht unterstellen. Für ihn ist nämlich durchaus eine Entwicklung sichtbar. „In der Defensive stehen wir grundsätzlich gut und stellen mit 14  Gegentoren eine der besten Abwehrreihen der 3. Liga. Und wir spielen uns offensiv eine Vielzahl an Torchancen heraus. Das ist positiv“, erklärt er. Jetzt gehe es darum, diese Chancen in Zählbares umzumünzen.

Spieler wie Sören Bertram teilen die Einschätzungen des Sportchefs. „Im Gegensatz zu unserer Leistung in Uerdingen oder Chemnitz war das ein ordentliches Spiel. Da können wir uns wenig vorwerfen lassen. Bei den Gegentoren waren wir aber nicht konsequent genug.“

Maik Franz nimmt das zur Kenntnis – „es ist sehr gut, dass wir selbstkritisch sind“. Er sagt aber auch: „Wichtig wäre nur, dass wir, wenn etwas im Spiel nicht funktioniert und wir das bemerken, es dann auch schneller auf dem Platz korrigieren. Es direkt nach dem Spiel anzusprechen, hilft uns dann leider nicht mehr allzu viel.“

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