Bismark l Auch wenn sich der Baustart an Bismarks Bahnhofstraße mittlerweile um mehr als ein halbes Jahr verzögert hat, scheint das durchweg positive Auswirkungen zu haben. In die Bauzeit muss keine Winterpause eingeplant werden und die Gesamtkosten für das millionenschwere Vorhaben sind um ein Drittel gesunken. Letzteres ist zum Einen der günstigeren Bauzeit geschuldet und zum Anderen der Auslastung der Straßenbaufirmen. Zum Ende des Vorjahres verfügten die Firmen noch über sehr viele Aufträge, im neuen Jahr mussten sie sich diese erst einmal sichern.

Eigentlich sollten die Bagger bereits im August 2015 in der Bahnhofstraße anrücken. Die Ausschreibung musste jedoch noch einmal wiederholt werden, da ein Bieter Beschwerde eingereicht hatte. „Der scharfe Start der Bauarbeiten erfolgt nun am 1. März“, erklärte Bauamtsleiter Erik Dähne am Donnerstag im Rahmen der Einwohnerversammlung im Bismarker Feuerwehr-Gerätehaus. Bereits am 22. Februar beginnen die Baumfällarbeiten im hinteren Bereich bis zum Ortsausgangsschild in Richtung Hohenwulsch. Mit dem Beginn des Bäumefällens ist die Vollsperrung der Bahnhofstraße verbunden. Die Umleitung wird ausgeschildert sein und führt über Garlipp und Hohenwulsch.

Wo kann geparkt werden?

Ein großes Thema zur Einwohnerversammlung war natürlich die Erreichbarkeit der Grundstücke. Nicht jeder Anwohner verfügt über Möglichkeiten, wie sie die Firma Steinicke hat. Das Unternehmen nutzt die Zufahrt an der Grundschule und hat sich mit entsprechenden Straßenbauarbeiten auf seinem Gelände auf die Einschränkungen im Zuge des Ausbaues der Bahnhofstraße eingestellt. Von der Baufirma war am Donnerstag zu erfahren, dass die Grundstücke zum Teil befahrbar bleiben sollen.

„Natürlich wird es Einschränkungen geben“, verriet Erik Dähne kein Geheimnis. „Wir werden abhängig vom Baufortschritt verschiedene Möglichkeiten anbieten.“ Dem von Anwohnern vorgebrachte Vorschlag, den Netto-Parkplatz zu nutzen, will der Bauamtsleiter nachgehen. Normalerweise dürfen auf dem Parkplatz in der Nacht keine Fahrzeuge abgestellt werden. Auf eine weitere Park-Möglichkeit verwies die Baufirma. Der asphaltierte Bereich der Bahnhofstraße in Richtung Hohenwulsch wird „erst einmal nicht angefasst“. Hier können Fahrzeuge im gesperrten Bereich auf einer Straßenseite abgestellt werden.

Ansonsten soll im Rahmen der Bauarbeiten jederzeit ein begehbarer Randstreifen nutzbar sein. Der wird auf der rechten Seite in Richtung Hohenwulsch angeordnet. Eine Sammelstelle für Mülltonnen soll am Neuen Weg eingerichtet werden. Mit Baubeginn sollen jeden Dienstag um 10 Uhr Bauberatungen stattfinden. Neben dieser Möglichkeit, Probleme anzusprechen, sollen an die Anwohner Telefonlisten mit den Kontakten von Bauleitung, Planer und Bauamt ausgereicht werden.

Stadtbirnen werden gepflanzt

Die vorgesehenen Bauarbeiten in der Bahnhofstraße sind vielschichtig. Die Trinkwasserleitung wird komplett erneuert und ein Regenwasserkanal eingebaut. Der vorhandene, alte Kanal für Oberflächenwasser wird fachgerecht mit Beton verschlossen. Neben des neuen Straßenbelages wird auf der rechten Seite ein Gehweg angeordnet und auf der linken Seite ein kombinierter Geh- und Radweg. Alles mit Blickrichtung nach Hohenwulsch. Eine beidseitige Bepflanzung mit Bäumen wird es nicht mehr geben. „Dafür hat der Platz nicht gereicht“, erklärte Planer Peter Pickler am Donnerstag. Ebenfalls auf der rechten Seite ist entlang der Bahnhofstraße die Pflanzung von Stadtbirnen (auch Wild- oder Holzbirne genannt) vorgesehen.

Mit der Freude über die Modernisierung einer Straße sind bei jedem Bauvorhaben Einschränkungen verbunden. Alle Beteiligten äußerten am Donnerstag den Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit. „Von einem Hausbau oder einem Umzug würde ich in der Bauzeit abraten“, erklärte Bauamtsleiter Erik Dähne mit einem Schmunzeln. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für Ende September vorgesehen.