Die Ringer des Wernigeröder SV Rot-Weiß bleiben ihrer nicht gerade üblichen Serie in der Oberliga Nord/Ost treu. Während alle drei Heimkämpfe verloren gingen, entschieden die Mannen um Trainer Rolf Leutelt nun auch ihren dritten Kampf in fremder Halle sieg-reich. Bei der Wettkampfgemeinschaft Bitterfeld/Dessau/Merseburg behielten die Harzer mit 22:8 die Oberhand.

Wernigerode. Die WSV-Riege musste neben dem Langzeitverletzten Tobias Boeck, der zusammen mit Trainer Rolf Leutelt und Stefan Hecht das Betreuerteam bildete, kurzfristig auch auf Kevin Koch verzichten. Der jüngste WSV-Ringer hatte sich im Training verletzt. An seiner Stelle gab Artjom Moisejew nach langer Pause sein Debüt.

Der Abend begann mit einem obligatorischen Vier-Punkte-Rückstand für die Harzer. In der 55-kg-Klasse konnten sie keinen Kontrahenten für Rico Mondrzajewski aufbieten. Die vier Punkte waren aber schnell wieder aufgeholt. André Günther ließ dem Senioren-Weltmeister Tilo Frisch in der Klasse bis 66 kg keine Chance. Zum ersten Mal in seiner bevorzugten griechisch-römischen Stilart ringend, triumphierte Günther durch Technische Überlegenheit (6:0, 3:2, 7:0).

Danach brachte Hannes Vetter die Rot-Weißen erstmals in Führung. Bei den Schwer- gewichten bis 120 kg (Freistil) legte der Neuzugang im WSV-Team seinen Kontrahenten Maximilian Heft in der 2. Runde auf die Schultern. Mit einem Schultersieg endete auch der nächste Kampf zwischen Erik Palmer und Erik Mehle im Freistil bis 60 kg. Der Wernigeröder, der ebenso wie André Günther zum ersten Mal in dieser Saison in seiner Spezialdisziplin kämpften durfte, legte seinen Gegner in der zweiten Runde "auf den Ast".

Deutlich spannender verlief das letzte Duell vor der Kampfpause. Christian Schurig (griechisch-römisch, bis 96 kg) stieß gegen Sebastian Brehme auf harte Gegenwehr. Letztlich spielte der WSV-Kapitän seine Stärken in den Bodenrunden aus und gewann alle drei Runden knapp (2:0, 1:1, 2:0).

Nach einer 11:4-Führung sollte schon der erste Kampf nach der Pause die Entscheidung bringen. Mathias Jahn, der angeschlagen in den Kampf ging, ließ sich die Verletzung nicht anmerken und besiegte Danny Salatzkat glatt in drei Runden (1:0, 1:1, 8:2). Kurzen Prozess machte auch Michael Volk mit Volker Schäfer (Freistil, bis 84 kg). In drei einseitigen Runden (4:0, 4:0, 6:0) sicherte er vier Punkte durch Technische Überlegenheit. Der abschließende Kampf brachte dann die einzige Niederlage. Artjom Moisejew (G/R, 74 kg), der kurzfristig eingesprungen war, erwischte gegen den noch ungeschlagenen Sven Nickel einen guten Start, fand sich aber nach einem Konter auf den Schultern wieder.