Landung

Unglück: Landendes Flugzeug touchiert im Harz fahrendes Auto

Caddy vom Fahrwerk getroffen: Junge Mutter und Säugling bleiben aber ebenso unverletzt wie die Flugzeugbesatzung. 

Von Dennis Lotzmann
Beim Ansteuern der Landebahn, die sich wenige Meter hinter einer Kreisstraße befindet, verlor der Pilot die Kontrolle über seine Maschine und kam zu früh zu weit nach unten.
Beim Ansteuern der Landebahn, die sich wenige Meter hinter einer Kreisstraße befindet, verlor der Pilot die Kontrolle über seine Maschine und kam zu früh zu weit nach unten. S. Petrusch /FFW

Ballenstedt. Bei einem Flugzeugunglück auf dem Flugplatz Ballenstedt-Asmusstedt sind am  Sonntag vier Personen dank eines riesengroßen Schutzengels mit einem Schrecken davon gekommen. Eine Mutter und ihr acht Monate alter Säugling blieben nach ersten Erkenntnissen unverletzt, kamen jedoch vorsorglich zur Kontrolle in ein Krankenhaus.

Das Unglück ereignete sich gegen 14.40 Uhr beim Landeanflug eines Kleinflugzeugs. Beim Ansteuern der Landebahn, die sich wenige Meter hinter einer Kreisstraße befindet, verlor der Pilot die Kontrolle über seine Maschine und kam zu früh zu weit nach unten. 

Dabei kollidierte die Maschine mit ihrem Bugfahrwerk mit einem VW Caddy, der in diesem Moment  gerade die Straße befuhr. Die Insassen im Auto – eine Frau und ihr Säugling – blieben nach Informationen der Volksstimme unverletzt, wurden von der alarmierten Notärztin aber zwecks umfassender medizinischer Kontrolle ins Klinikum gebracht.

Der VW Caddy, in dem sich eine junge Frau und ihr Säugling befanden, wurde an der C-Säule getroffen.
Der VW Caddy, in dem sich eine junge Frau und ihr Säugling befanden, wurde an der C-Säule getroffen.
S. Petrusch /FFW

Auch die Insassen im Flieger – ein Ehepaaar – blieben nach Informationen der Volksstimme unverletzt. Die Frau erlitt wohl einen Schock. Die Maschine verlor beim Zusammenstoß Teile des Fahrwerks.

Dem Pilot gelang es aber, den Flieger trotz langer Schlitterpartie übers Rollfeld unter Kontrolle zu behalten. Die Ursache des Unglücks ist unklar. Zunächst sollten Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen Braunschweig die weiteren Ermittlungen übernehmen, dann jedoch ging diese Aufgabe an die Polizei. Möglicherweise wurde die Maschine von einer Windböe nach unten gedrückt.

Nach dem Notruf eilten die Feuerwehren aus Ballenstedt sowie Radisleben zum Flugplatz, zudem vier Rettungswagen und zwei Notarztfahrzeuge. Das Unglück lässt Erinnerungen an die Landung einer ausgemusterten Bundeswehr-Transall im Herbst 2012 aufkommen.

Damals touchierte das Fahrwerk der Maschine beim Landen die etwas erhöht liegende Straße. Jener Hoppler beim allerletzten Landeanflug der Maschine blieb – abgesehen von Punktabzügen bei der Haltungsnote – ohne Folgen.