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Bahnhof Niederndodeleben: Lebensgefahr - Jugendliche legen Gegenstände auf Gleise

Am Dienstagnachmittag wurden Polizeibeamte durch die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn darüber informiert, dass sich am Bahnhof Niederndodeleben Kinder in den Gleisen aufhalten und Gegenstände darauf warfen. Die Bahnstrecke wurde vorübergehend gesperrt.

Die Polizei entfernte Holzstücke, Plastikflaschen und Konservendosen von den Gleisen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Die Polizei entfernte Holzstücke, Plastikflaschen und Konservendosen von den Gleisen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa ZB

Magdeburg (vs) - Am 6. Juli, gegen 17 Uhr, wurden Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektion Magdeburg zum Bahnhof Niederndodeleben. Der Grund: Lebensgefahr - Kinder auf den Gleisen. Das berichtet das zuständige Polizeirevier.

Laut der Bundespolizei fuhr sofort eine Streife mit Blaulicht und Martinshorn zum genannten Bahnhof, konnte jedoch im genannten Gleis zunächst niemanden mehr feststellen. Die Befragung einer Gruppe Jugendlicher, die auf dem Weg zum Bahnsteig war, ergab, dass diese zuvor zwei andere Jugendliche gesehen hatten, die Gegenstände auf die Gleise gelegt, sich jedoch bei Erkennen der
Bundespolizisten zügig entfernt hatten. Diese belehrten die Gruppe eindringlich über das Verhalten auf Bahnanlagen, beräumten die Holzstücke, Plastikflaschen und Konservendosen aus dem Gleisbereich und begaben sich zurück zur Dienststelle.

Noch auf dem Weg dorthin erreichte die Streife erneut die Meldung, dass sich zwei Kinder auf Bahnsteig zwei des Bahnhofs Niederndodeleben befinden, die vorbeifahrende Züge mit Flaschen
bewerfen. Die Bundespolizisten machten kehrt und fuhren erneut zum Ereignisort, berichtet die Polizeiinspektion. Dieses Mal unterstütze eine zweite Streife, die sich ebenfalls in der Nähe befand. Vor Ort konnte erneut nur die Gruppe Jugendlicher, die sich zuvor schon auf dem Bahnsteig aufhielt, festgestellt werden.

Die Beamten stellten die Identitäten der Personengruppe fest, belehrten die Jugendlichen nochmals und verwiesen sie des Bahnsteiges, da sie keine erkennbaren Reiseabsichten hatten. Dabei gab eine Person an, die Wohnanschriften der beiden Jungen, die zuvor Gegenstände auf die Gleise gelegt hatten, zu kennen. Die eingesetzten Bundespolizisten fuhren daraufhin gemeinsam mit ihm zur ersten genannten Wohnanschrift und trafen die beiden Deutschen im Alter von 12 und 13 Jahren dort an.

Ein vor Ort befindlicher Erziehungsberechtigter des 12-jährigen Jungen wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die beiden Jungen gaben zu, die Gegenstände auf die Gleise gelegt zu haben. Der Zugbewurf konnte den Beiden, auch nach einer Befragung des meldenden Lokführers, nicht zweifelsfrei zugeordnet
werden.

Laut Polizei wurden die Jugendlichen sowie der Erziehungsberechtigte durch die Beamten belehrt. Danach wurde auch der 13-Jährige zu seiner Wohnanschrift gebracht und dort mit einer Belehrung an eine Aufsichtsperson übergeben. Aufgrund der Gleissperrung kam es bei sieben Zügen zu insgesamt 161 Minuten Verspätung.


Zudem wird sich eine Präventionsbeamtin der Bundespolizeiinspektion Magdeburg des Sachverhalts annehmen, mit den Kindern Kontakt aufnehmen und sie diesbezüglich noch einmal sensibilisieren.