Blaulicht

Zoll deckt Schwarzarbeit im Salzlandkreis auf: Minderjähriger arbeitet im Nagelstudio - bis zu 500.000 Euro Strafe für Beteiligte

Mit einer landesweiten Aktion hat der Zoll Schwarzarbeiter in Sachsen-Anhalt erwischt. Ein besonders krasser Fall ereignete sich im Salzlandkreis.

01.09.2021
Während einer Kontrolle im Salzland ging ein Minderjähriger in Netz der Fahnder.
Während einer Kontrolle im Salzland ging ein Minderjähriger in Netz der Fahnder. Symbolfoto: dpa

Salzlandkreis (vs) - In Sachsen-Anhalt überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls am 24. und 26. August in einer Schwerpunktprüfung die Beschäftigungsverhältnisse in Nagelstudios.

Ein besonderer Fall fand im Salzlandkreis statt. Dort trafen die Beamten einen minderjährigen vorgeblich vietnamesischen Staatsbürger in einem Nagelstudio an. Hierbei war neben der üblichen Beteiligung der Ausländerbehörde und der erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Bundespolizei auch aufgrund der besonderen Schutzwürdigkeit des 17-jährigen Jugendlichen das zuständige Jugendamt zu beteiligen, da dessen gesetzliche Vertreter sich nicht in der Bundesrepublik aufhielten.

Hierzu schreibt das Jugendgerichtsgesetz eigene besondere Vorgehensweisen vor. So waren neben den üblichen Maßnahmen zur Identitätsfeststellung, wie Fertigen von Fotografien und
nehmen von Fingerabdrücken, die Vernehmung des nun in einem Strafverfahren Beschuldigten auch der Verbleib des Jugendlichen zu klären. Hier wurde über das zuständige Jugendamt des Salzlandkreises eine Unterbringung in einer caritativen
sozialen Einrichtung vermittelt, so dass der Jugendliche noch in der gleichen Nacht, gegen 22.30 Uhr durch die Bediensteten des Hauptzollamtes in deren Obhut überstellt werden konnte.

Die eingeleiteten Strafverfahren nach Paragraph 95 Aufenthaltsgesetz können eine Freiheitstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Die eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren können eine Geldbuße bis zu 500.000 Euro zur Folge haben.