Bonn (dpa) - Für den Dirigenten Daniel Barenboim (78) ist es eine große Ehre und Freude, mit seinem West-Eastern Divan Orchestra zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven in dessen Geburtsstadt zu spielen.

Das Konzert finde mit Hygienevorschriften statt, trotzdem solle mit größter Freiheit und Hingabe musiziert werden. "Ich kann nur hoffen, dass es gelingt", sagte der 78-jährige Dirigent und Pianist am Mittwoch in Bonn nach einer Probe mit dem Orchester. Das Konzert wird wegen der Coronavirus-Vorgaben am Donnerstag ohne Saalpublikum in der Bonner Oper aufgeführt. Es wird in Radio und Fernsehen übertragen sowie gestreamt. Ein Grußwort von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erfolgt per Aufzeichnung.

Barenboim und sein Orchester spielen nur Musik von Beethoven, nämlich das 3. Klavierkonzert und die Sinfonie Nr. 5. Der Komponist Ludwig van Beethoven wurde am 17. Dezember 1770 getauft. Geboren wurde er wahrscheinlich einen Tag zuvor. Die meisten Jahre seines Lebens verbrachte er in Wien, wo er ein weltberühmter Komponist wurde und 1827 starb.

Ursprünglich sollte das Beethoven-Jubiläumsjahr mit dem Konzert zu Ende gehen. Doch wurde das Festjahr um 250 Tage verlängert, weil wegen Corona viele Konzerte abgesagt werden mussten und nun nachgeholt werden sollen.

Auch das Europaparlament würdigte den Komponisten zu Beginn seiner Plenarsitzung am Mittwoch in Brüssel. Parlamentspräsident David Sassoli sagte, Beethovens Musik und seine Leidenschaft symbolisierten etwa die europäischen Ideale Solidarität, Frieden und Freiheit. Beethovens berühmte "Ode an die Freude" ist die offizielle Hymne der Europäischen Union. Das Brüsseler Kammermusikensemble Oxalys interpretierte das Werk. Ein Video des Auftritts wurde im Plenarsaal eingespielt.

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