127. Kieler Woche: Olympia-Segler und „fliegende“ Surfer

Von dpa

Kiel/Hamburg - Das Sportprogramm der 127. Kieler Woche ist im Vergleich zu sonstigen Jahren zusammengestrichen. Große Namen sind dennoch vom 4. bis zum 12. September an der Förde zu Gast. Vendée-Globe-Star Boris Herrmann wird die wegen der Corona-Pandemiezeiten erneut in den Frühherbst verschobene älteste und größte deutsche Regattawoche eröffnen. Herrmann wird mit dem Typhon das Signal „lang-kurz-kurz-lang“ für „Leinen los!“ geben.

Zuvor bestreitet er mit seinem britischen Co-Skipper Will Harris, Weltumseglerin Emily Nagel (Bermuda) und der olympischen 49erFX-Bronzemedaillengewinnerin Susann Beucke aus Strande das Welcome Race. Mit einem schnellen Katamaran vom Typ GC32 will das Quartett den Rennrekord auf Tragflächen (Foils) angreifen. Die Bestmarke hat seit 2014 der Trimaran „Musandam-Oman Sail“ mit einer 1:47:22 Stunden.

Die wie schon 2020 ganz auf den Segelsport konzentrierte Kieler Woche bringt Wettfahrten in zahlreichen Bootsklassen, Seeregatten für Yachten sowie mehr als 100 maritime Programmpunkte an Land.

Olympisch aktiv sind von zehn Disziplinen für 2024 aber in diesem Jahr nur die neu ins Programm aufgenommenen iQFoil-Windsurfer. „Wir haben mit der erneuten Verschiebung in den September unseren Schutzbereich des Weltseglerverbandes verlassen. Es finden parallel andere Meisterschaften statt“, erklärte Sportchef Dirk Ramhorst die in Olympia-Jahren ohnehin oft schwache olympische Beteiligung.

Unter den iQFoil-Athleten sind der WM-Vierte Sebastian Kördel und die WM-13. Lena Erdil die aussichtsreichsten Starter. Beide wollen an den Olympischen Spiele 2024 teilnehmen. Erdil sagte vor ihrem Kieler-Woche-Start: „Es wäre schön, mal wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.“

An den Wettfahrten der internationalen Klassen nehmen die Nacra-17-Bronzemedaillengewinner Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer aus Kiel mit Vater Peter Kohlhoff und dem zweimaligen Olympia-Teilnehmer Marcus Baur auf einer J/70 teil. Seinen 24. Titel strebt Kieler-Woche-Rekordsieger Wolfgang Hunger aus Strande mit Holger Jess in der 505er-Gleitjolle an.