Apotheker wollen schnell wieder Impfzertifikate ausstellen

Von dpa
Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, steht in der Classic Apotheke in Weimar.
Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, steht in der Classic Apotheke in Weimar. Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erfurt/Weimar - Die Apothekerinnen und Apotheker in Thüringen wollen so schnell wie möglich wieder digitale Impfzertifikate ausstellen. „Die Apotheken werden nach und nach wieder auf das Portal des Deutschen Apothekerverbandes zugreifen können“, sagte Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, am Freitag in Weimar. Nach seinen Angaben haben die Apotheken in Freistaat bislang rund 650.000 bis 700.000 Impfzertifikate ausgestellt.

Wegen einer Schwachstelle beim Zugang zum Webportal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) war die Ausstellung von Impfzertifikaten darüber vorübergehend deaktiviert worden. Um die Sicherheitslücke nachzuweisen, hatten sich Spezialisten mit Hilfe gefälschter Dokumente einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apotheken-Inhaber eingerichtet. Unter der gefälschten Identität sollen dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden sein.

Der DAV teilte am Freitag mit, nach aktuellem Kenntnisstand sei es zu keinem Betrug bei der Erstellung von Impfzertifikaten gekommen. „Alle Apotheken, die dies wünschen, erhalten in der nächsten Woche schrittweise wieder Zugriff auf das DAV-Portal, so dass sie auch wieder Impfzertifikate ausstellen können.“

Die Kunden der Thüringer Apothekerschaft hätten zum größten Teil sehr verständnisvoll darauf reagiert, dass sie vorübergehend keinen digitalen Impfpass bekommen konnten, berichtete der Thüringer Verbandsvorsitzende Fink. Schließlich hätten sie ja weiterhin den Nachweis über die Corona-Impfungen in Papierform in der Hand gehabt. Auch die Apotheker hätten sich schnell und ausführlich über das Problem informiert gefühlt.