Armutskonferenz: Spaltung der Gesellschaft ansprechen

Von dpa

Hannover - Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen hat die Parteien aufgefordert, die wachsenden Spaltung der Gesellschaft zwischen Arm und Reich zum Wahlkampfthema zu machen. Etwa 13 Millionen Menschen, 16 Prozent der Bevölkerung, seien direkt von Armut betroffen, über 20 Prozent der Menschen arbeiteten im Niedriglohnsektor - ihnen drohe Altersarmut, sagte der Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz, Klaus-Dieter Gleitze, am Freitag.

„Wir haben wichtigeres zu diskutieren, als wann wer wo zur falschen Zeit gelacht hat oder wer nicht richtig zitieren kann.“ Wenn überhaupt über Inhalte im Wahlkampf diskutiert werde, dann gehe es um die Interessen von rund 60 Prozent der Beschäftigten, „die in relativer Sicherheit leben und arbeiten, um die Interessen der Wirtschaft und um Pro-und-Contra Steuererhöhungen“.

Es gebe zahlreiche Armuts-Baustellen, die sich in den Zeiten der Pandemie noch verschlimmert hätten, erklärte Gleitze. Die Landesarmutskonferenz fordere eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze auf 600 Euro im Monat, der soziale Wohnungsbau müsse massiv ausgebaut und eine einmalige Corona-Konsumbeihilfe für Arme von 1000 Euro pro Person gezahlt werden. Außerdem sollten reiche Menschen an den Kosten der Corona-Krise „gerecht“ beteiligt werden - über eine Erhöhung der Erbschaftssteuer, eine Vermögensabgabe und das Stopfen von Steuerlöchern.