Bärenpark Worbis weiter gebraucht: Zucht von Bären nimmt zu

Von dpa
Zwei Bären streifen durch ein Freihehege im Alternativen Bärenpark.
Zwei Bären streifen durch ein Freihehege im Alternativen Bärenpark. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Leinefelde-Worbis - Die Zucht von Bären in Tierparks und Zoos nimmt nach Angaben Thüringer Tierschützer in Deutschland wieder zu. Auch wenn es keine Zirkusbären mehr in Deutschland gebe, sei das Interesse an Bärenbabys in Zoos und Parks gestiegen - und damit auch die Züchtung der Tiere in Gefangenschaft, sagte der Gründer und ehrenamtliche Geschäftsführer der Stiftung für Bären, Rüdiger Schmiedel, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich hätte gedacht, dass es irgendwann keine Anfragen mehr gibt, aber dem ist noch lange nicht so.“ Die Stiftung besteht seit 25 Jahren.

Sie unterhält zwei Parks: seit 1996 den fünf Hektar großen Alternativen Bärenpark Worbis in Thüringen und seit 2010 den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald. Die Anlagen verstehen sich als Auffangstationen für in Not geratene Wildtiere und setzen sich in erster Linie für Bären, aber auch für Wölfe und Luchse ein. Sie sollen in den Freigehegen ein tiergerechteres Zuhause finden.

Die Arbeiten an einer weiteren Freianlage für den Park in Worbis sind bereits in vollem Gange. Abseits der Flächen für Besucherinnen und Besucher gehe der 30 Hektar-Ausbau für verletzte, kranke und verwaiste Tiere voran, so Schmiedel. Auch ein internationales Kompetenzzentrum, das die Forschung zu Bären, Luchsen und Wölfen voranbringen soll, werde entwickelt. Dafür hatte die Anlage im Eichsfeld eine Millionen Euro Fördermittel vom Land erhalten.

Die aktuelle Arbeit sowie die der vergangenen 25 Jahre sei wichtig und richtig, so Schmiedel. Trotzdem handle es sich auch bei den Parks der Stiftung um ein Leben in Gefangenschaft für die Wildtiere. „Hundert Jahre dürfen wir nicht bestehen - dann machen wir was falsch“, sagte der 67-Jährige mit Blick in die Zukunft.