JenaBesetzter Hörsaal: Angebot und Beratung mit der Polizei

An der Universität in Jena ist seit fast einer Woche ein Hörsaal von Studierenden besetzt, Eine Frist der Hochschulleitung haben die jungen Menschen verstreichen lassen. Nun macht die Führung der Universität ihnen ein Angebot.

Von dpa Aktualisiert: 07.12.2022, 22:05
Ein leerer Hörsaal an einer Universität.
Ein leerer Hörsaal an einer Universität. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Jena - Um die Besetzung eines Hörsaals an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu beenden, will die Universitätsleitung den Studierenden einen anderen Raum anbieten. Sollten die Studierenden, die gegen die geplante Streichung des Lehrstuhls für Geschlechtergeschichte protestieren, den besetzen Saal verlassen, könnten sie einen Seminarraum nutzen, um sich zu organisieren, sagte eine Sprecherin der Universität am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Dieses Angebot habe die Universitätsleitung den jungen Menschen eigentlich mündlich machen wollen, aber auf einer Versammlung der Studierenden kein Rederecht bekommen. Daher werde man den Vorschlag nun schriftlich unterbreiten.

Eine offizielle Aufforderung der Hochschule, die Besetzung bis Dienstag, 12 Uhr, zu beenden, hatten die Studierenden zuvor verstreichen lassen. Der Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte soll nach den bisherigen Planungen der Universität 2025 gestrichen werden.

Sollten die Studierenden den Hörsaal nicht verlassen, ist nach Angaben der Sprecherin offen, wie es dann weitergeht. Dazu werde sich die Universitätsleitung noch beraten, auch mit der Polizei. Dabei werde es auch um die Frage gehen, inwieweit die Aktion durch die Versammlungsfreiheit gedeckt sei „und ab wann so was Hausfriedensbruch wird“, sagte die Sprecherin.

Ein Vertreter der Studierenden sagte, nach einer Abstimmung im Hörsaal sei den Vertretern der Hochschulleitung kein Rederecht eingeräumt worden, weil diese nicht bereit gewesen seien, auch Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Bislang gebe es keine Pläne, die Besetzung des Hörsaals zu beenden. „Ich denke, dass wir erst mal hier drinbleiben“, sagte er. Dennoch wolle man weitere Gespräche mit der Universitätsleitung führen und sei verhandlungsbereit.

Die Hochschulführung signalisierte, man wolle sicherstellen, dass in Jena auch nach 2025 Geschlechtergeschichte studiert werden könne. Zum Beispiel könnten Seminare über Lehraufträge angeboten werden.