Regierung Bundesregierung gibt Schloss Meseberg als Gästehaus auf
Das historische Anwesen in Meseberg eine gute Autostunde nördlich von Berlin war Kulisse für Staatsempfänge und Kabinettsklausuren. Jetzt hat die Bundesregierung entschieden, dass die Ära bald endet.

Berlin - Die Bundesregierung gibt Schloss Meseberg in Brandenburg nach 20 Jahren als ihr offizielles Gästehaus auf. Mit der Messerschmitt-Stiftung als Vermieterin sei jetzt vereinbart worden, den Vertrag ab Februar 2027 auslaufen zu lassen, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Die Nutzung des Schlosses sei zuletzt sehr zurückgegangen. Als problematisch habe sich dabei auch die deutliche Entfernung zum Berliner Regierungsviertel erwiesen - das Schloss liegt rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt.
Die mit Betrieb und Unterhalt verbundenen Aufwendungen stünden so nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert der Liegenschaft für repräsentative Veranstaltungen, erläuterte der Regierungssprecher. Künftig sollten hochrangige Veranstaltungsformate an verschiedenen Orten oder in einem neuen Veranstaltungsbereich im Erweiterungsbau des Kanzleramts stattfinden, der voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt werden soll.
Gästehaus der Regierung seit 2007
Das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss im Ortsteil Meseberg der Stadt Gransee wurde seit 2007 für Empfänge von Staatsgästen, aber auch für Kabinettsklausuren genutzt. Die im Denkmalschutz engagierte Stiftung hatte das verfallende Anwesen 1995 gekauft und für 25 Millionen Euro saniert. Die Bundesregierung entschied 2004, das Schloss als Gästehaus zu nutzen. Das Hauptgebäude hat drei Etagen, außerdem gibt es auch einen barocken Park.
Das Kabinett von Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich für seine Klausuren nach Schloss Meseberg zurückgezogen. Dort schworen sich die Ampel-Partner dann auch mehrfach, nicht mehr so viel zu streiten, was schließlich nicht klappte.
Schwarz-rotes Kabinett tagte nicht in Meseberg
Kanzler Friedrich Merz (CDU) entschied sich dann für einen Ortswechsel. Er lud im Herbst zur ersten Kabinettsklausur in die Villa Borsig, das Gästehaus des Auswärtigen Amts, das am Tegeler See noch im Nordwestteil Berlins liegt.
Die Kosten für einmalige Anmietungen externer Veranstaltungsorte würden künftig deutlich unter den bisher jährlich anfallenden Gesamtkosten liegen, erläuterte der Regierungssprecher zum Ende der Ära Meseberg. Das Kanzleramt dankte der Messerschmitt-Stiftung fürs Überlassen des Schlosses und die langjährige Zusammenarbeit. „Angesichts der stets ausgezeichneten Erfahrungen der Bundesregierung mit Schloss Meseberg wird es sicher weiter ein attraktiver Veranstaltungsort für verschiedene Anlässe sein.“