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Corona-Inzidenz in Sachsen stark gesunken - Zahlen sind jedoch zweifelhaft

Neben dem stark gesunkenen Inzidenzwert in Sachsen hat sich auch die Zahl der Neuinfektionen reduziert. Am Dienstag wurden 949 Neuinfektionen gemeldet, obwohl es am Montag noch über 4.000 gewesen sind. Wie ist es zu diesen Zahlensprüngen gekommen?

07.12.2021, 11:30
Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2.380,9 beziehungsweise 1.606,8 die höchsten Inzidenzen in Sachsen auf.
Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2.380,9 beziehungsweise 1.606,8 die höchsten Inzidenzen in Sachsen auf. Foto: dpa/Symbol

Dresden/dpa - Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist nach einer am Dienstag vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Statistik deutlich gesunken. Demnach betrug die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstag 1.082,1, nachdem sie am Montag bei 1.234,4 gelegen hatte. Allerdings gibt es starke Zweifel an den Zahlen, weil offensichtlich nicht alle Daten aus dem Freistaat an das RKI übermittelt werden konnten.

Der Grund sei bisher unbekannt, teilte das Sozialministerium in Dresden auf Anfrage mit. Bei der Übertragung habe es keine Fehlermeldung gegeben. Die Daten seien am Dienstagfrüh noch einmal per Mail an das RKI geschickt worden.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte wiederholt klargestellt, dass wegen Überlastung der Ämter womöglich nicht alle Infektionszahlen pünktlich gemeldet werden können. Das Landratsamt Zwickau räumte am Dienstag auf Anfrage ein, dass es einen "Erfassungsrückstand" im Gesundheitsamt gebe. Auch in der Behörde falle Personal aus, wegen Infektionen und Quarantäneanordnungen.

In Deutschland haben Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die höchsten Corona-Inzidenzwerte

Sachsen hat seit längerem die höchste Inzidenz in Deutschland. Am Dienstag folgten die Nachbarländer Thüringen (1023,1) und Sachsen-Anhalt (907,7) auf den Plätzen. Bundesweit lag die Inzidenz am Dienstag laut RKI bei 432,2.

Von Montag auf Dienstag meldeten die Gesundheitsämter für Sachsen 949 Neuinfektionen. Auch diese Angabe gibt einen Hinweis darauf, dass nicht alle Fälle vom RKI erfasst sein können. Am Montag lag die Anzahl der Neuinfektionen noch bei 4.242. Zuletzt war die Zahl mehrmals sogar fünfstellig.

Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2.380,9 beziehungsweise 1.606,8 die höchsten Inzidenzen auf. Der niedrigste Wert in Sachsen wurde mit 627,5 in der Stadt Leipzig registriert.