nach antisemitismus-vorwürfen

Demo vor "Westin"-Leipzig: Rechtsradikale Security sicherte Veranstaltung

Am Dienstag veröffentlichte der Sänger Gil Ofarim ein Video, in dem dieser berichtet, im Leipziger Hotel "Westin" verbal antisemitisch angegriffen worden zu sein. Zahlreiche Solidaritätsbekundungen waren die Folge - im Bereich des Hotels gab es eine Kundgebung gegen Antisemitismus. Doch wie nun bekannt wurde, waren auch Personen aus der rechten Szene vor Ort - als Securitymitarbeiter.

08.10.2021, 14:19 • Aktualisiert: 08.10.2021, 14:21
Bei einer Kundgebung im "Westin" Leipzig sollen Personen aus der rechten Szene als Security beschäftigt gewesen sein.
Bei einer Kundgebung im "Westin" Leipzig sollen Personen aus der rechten Szene als Security beschäftigt gewesen sein. Foto: dpa/picture alliance/Symbol/Hendrik Schmidt

Leipzig/DUR/awe - Nachdem der Sänger Gil Ofarim am Dienstag ein Video zu einem antisemitischen Vorfall im Leipziger Nobelhotel "Westin" veröffentlichte, ging diese Meldung in den bundesweiten Medien viral. Es gab zahlreiche Solidaritätsbekundungen in den sozialen Medien. Vor dem Hotel wurde am Dienstagabend eine Kundgebung abgehalten, die sich gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung richtete.

Für die Absicherung der Veranstaltung engagierte das "Westin" die Leipziger Sicherheitsfirma "Pro GSL Security". Doch wie nun bekannt wurde, wird die Security-Firma von zwei Männern aus der rechten Szene betrieben. Laut Medienberichten soll es sich bei den Geschäftsführern des Unternehmens um Tobias B. und Oliver R. handeln.

Bei einer Kundgebung vor dem "Westin" am Dienstag wurde sich mit dem Sänger Gil Ofarim solidarisiert.
Bei einer Kundgebung vor dem "Westin" am Dienstag wurde sich mit dem Sänger Gil Ofarim solidarisiert.
Foto: Alexander Schierholz

B. war im Jahr 2016 bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Stadtteil Connewitz beteiligt, als rund 250 Neonazis Geschäfte und Autos zerstörten und bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Im März 2021 wurde Tobias B. zu elf Monaten Bewährung und 2.500 Euro Geldstrafe verurteilt. Oliver R. war bei dem damaligen Leipziger "Pegida"-Ableger "Legida" als Ordner beschäftigt gewesen sein. Wie der MDR berichtet, soll R. auch Verbindungen zur rechtsextremistischen Terrorzelle NSU gehabt und mit Kleidermarken der rechten Kampfsport-Szene gehandelt haben.

Die Firma "Pro GSL Security" soll auch schon im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages thematisiert worden sein.