Social Media trend

Ekelhafter Scherz? TikTok-User warnen vor angeblichen "Nationalen Vergewaltigungstag"

Auf der Social Media Plattform "TikTok" verbreiten sich momentan verstörende Videos, die sexuelle Übergriffe thematisieren. Die User warnen vor einem gefährlichen 24. April. 

Von Samantha Günther
Schockierte Nutzer der App, die bei vielen Jugendlichen beliebt ist, warnen vor dem "nationalen Vergewaltigungstag". Symbolfoto:  AP Photo

Berlin. Es ist ein beunruhigender Trend, der aktuell auf der Social Media Plattform "TikTok" mit dem Hashtag "24thApril" auftaucht. Schockierte Nutzer der App, die bei vielen Jugendlichen beliebt ist, warnen vor dem "nationalen Vergewaltigungstag": "Wenn jemand am 24. April Pläne hat, geh nicht raus!", heißt es von einem Nutzer. In anderen Posts berichten Betroffene von ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt oder geben Selbstverteidigungstipps, berichtet die britische Zeitung "The Sun".

Die Videos unter dem Hashtag haben auf "TikTok" mittlerweile etwa 62 Millionen Aufrufe. Der Auslöser: Eine Gruppe von sechs Männern soll auf der sozialen Plattform den 24. April 2021 als "Rape Day" auf Deutsch Nationalfeiertag für sexuelle Übergriffe festgelegt haben. Dabei sei es legal, jemanden sexuell anzugreifen. Die Männer sollen sogar Tipps dazu gegeben haben.

Gerücht, Scherz oder ernst gemeint?

Eine Userin ruft dazu auf, lieber am 24. April im Haus zu bleiben.
Screenshot: Facebook Aviee Da G

"Wenn jemand am 24. April Pläne hat, geh nicht raus!"

TikTok-User

Bisher bleibt ungeklärt, ob es sich dabei um einem schlechten Witz handelt oder nur einem wilden Gerücht. Weder "USA TODAY" noch "TikTok" konnten jedoch Hinweise auf die Bedrohung finden, auf die Benutzer reagierten. Das Unternehmen "TikTok" bestätigte in einer Erklärung, dass es das angebliche Originalvideo nicht auf seiner Plattform gefunden hat."

"Die Sicherheit unserer Community ist unsere Priorität, und wir tolerieren keine Inhalte, die nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen wie Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe fördern oder verherrlichen", so der TikTok-Sprecher in einer E-Mail auf Nachfrage von "USA-TODAY". Gerade bei solch einem kritischen Thema sei das Sicherheitsteam sehr wachsam, um gegen die Richtlinien verstoßende Inhalte zu entfernen.

"la.tania.ftn2" warnt ihre fast 60.000 Followern mit einer Videobotschaft.
Screenshot TikTok-Account: la.tania.ftn2 

100 Videos wurden für Faktencheck analysiert

"USA TODAY" analysierte mehr als 100 "TikTok"-Videos unter dem Hashtag "#April24" und fand keine Aufzeichnung des angeblich bedrohlichen Videos. Einige Nutzer behaupten, das Video gesehen zu haben, aber teilten keinen Link. Zudem wandte sich "USA TODAY" an mehrere Nutzer, die über das Originalvideo berichteten. Doch keiner antwortete auf die Anfrage. Wo genau der Ursprung des Hashtags liegt, lässt sich also nicht verifizieren.

Andrea Simon, Direktorin von "End Violence Against Women Coalition", sagte gegenüber "The Sun": "Unabhängig davon, ob dies ein Scherz ist oder nicht, wir wissen, dass Frauen sehr häufig Formen des Online-Missbrauchs ausgesetzt sind, seien es Bedrohungen von sexueller Gewalt oder abfällige Kommentare zum Aussehen."