Ex-Innenminister Caffier schweigt zu Waffenerwerb

Von dpa
Ex-Innenminister Lorenz Caffier (CDU).
Ex-Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Schwerin - Ex-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) schweigt in der Öffentlichkeit zu den Umständen des Erwerbs einer Pistole vom Betreiber eines privaten Schießplatzes, den das Land für Trainings von Polizisten anmietete. „Herr Caffier hat uns mitgeteilt, dass er keine Stellungnahmen abgibt“, erklärte ein Sprecher der CDU-Landtagsfraktion am Donnerstag in Schwerin. Caffier ist nach seinem Rücktritt als Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns im November 2020 Mitglied des Landtags geblieben. Bei der Wahl am 26. September kandidiert der 66-Jährige aber nicht wieder.

Caffier hatte im vergangenen Jahr wiederholt gesagt, die Pistole von dem Schießplatzbetreiber und Waffenhändler im Jahr 2018 gekauft zu haben. Jetzt aber ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme. Die Ermittler haben nach Angaben eines Sprechers bislang keinen Beleg für den behaupteten Kauf gefunden.

Das Landeskriminalamt (LKA), eine nachgeordnete Behörde des Innenministeriums, ist in die Ermittlungen gegen den langjährigen früheren Ressortchef eingebunden. „Das in Rede stehende Verfahren wird gemeinsam von der Staatsanwaltschaft Rostock und dem LKA Mecklenburg-Vorpommern geführt. Daraus folgt, dass das LKA die Staatsanwaltschaft in Rostock bei sämtlichen Ermittlungen vollumfänglich unterstützt“, erklärte ein Sprecherin des Innenministeriums. Auskünfte zu dem Verfahren gebe man nicht. Dies dürfe und werde nur die Staatsanwaltschaft in Rostock tun.

Eine Vorteilsannahme könnte zum Beispiel dann gegeben sein, wenn Caffier die Waffe von dem Schießplatzbetreiber geschenkt oder zu einem verbilligten Preis bekommen hätte. Der Minister hatte wegen des Waffenerwerbs im November 2020 sein Amt niedergelegt. Damals galt als Problem, dass der Schießplatzbetreiber mit rechtsextremen Äußerungen aufgefallen war. Lorenz Caffier war von 2006 bis 2020 Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern.