Experte: Teekultur ist täglich gelebtes Kulturerbe

Von dpa 02.06.2021, 06:07 • Aktualisiert: 02.06.2021, 06:18
Schwarzer Tee wird bei einer Teezeremonie im Bünting Teemuseum auf einen Kandis, „Kluntje“ genannt, gegossen.
Schwarzer Tee wird bei einer Teezeremonie im Bünting Teemuseum auf einen Kandis, „Kluntje“ genannt, gegossen. Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Aurich - Die ostfriesische Teekultur wird als immaterielles Kulturerbe im Privaten wie im Berufsleben in Ostfriesland täglich gelebt. „Tee wird in allen Altersstufen getrunken, von allen sozialen Schichten und zu jeder Tages- und Nachtzeit“, sagte der Direktor des Kommunalverbandes Ostfriesische Landschaft in Aurich, Matthias Stenger, der Deutschen Presse-Agentur. Bis zu sechs Teezeiten über den Tag verteilt seien in Ostfriesland durchaus üblich. Bei einer ostfriesischen Teezeremonie wird Schwarztee aus dünnen Porzellantassen mit Sahne und Kandiszucker (Kluntje) getrunken.

Anders als andere als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnete Praktiken und Bräuche werde die Teekultur in Ostfriesland nicht nur zu bestimmten Anlässen oder von einzelnen Gruppen lebendig gehalten, sagte Stenger. Potenziell gebe es bis zu 450 000 Kulturträger, also Teetrinker, in der Region im äußersten Nordwesten Deutschlands, sagte Stenger. Die ostfriesische Teekultur ist seit 2016 von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Auch bei vielen Urlaubern, die in die Region kommen, sei die Teekultur der Ostfriesen beliebt, sagte Stenger. Die Ostfriesische Landschaft arbeitet daher in einem Projekt an der Inwertsetzung der Teekultur und sucht nach Möglichkeiten etwa das Kulturerbe Teekultur in Tourismus und Gastronomie stärker herauszustellen.