Frauen-Bündnis lädt Windelberg vor Handelsverband ab

Von dpa

Stuttgart - Unappetitliche Botschaft für die Mitarbeiter des baden-württembergischen Handelsverbands: Ein Aktionsbündnis hinterließ an der Eingangstür der Geschäftsstelle in Stuttgart einen Berg aus gefüllten Windeln. Auf einem rot beschriebenen Banner daneben die Botschaft: „Wer Mütter unter Druck setzt, bekommt es mit uns Frauen zu tun!“ Bei der Aktion geht es dem Bündnis zufolge um die Tarifverhandlungen im Einzelhandel, in der überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt seien. Die Arbeit von Frauen werde im Einzelhandel rücksichtslos ausgebeutet, um die Profite großer Unternehmen zu steigern, teilte Clara Schröter, die Sprecherin des Bündnisses, mit. Einzelne Modeketten setzten die Belegschaft mit der Ausdehnung sogenannter flexibler Arbeitszeiten unter Androhung von Entlassungen unter Druck. „Besonders betroffen sind davon Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern müssen“, teilte das Bündnis mit.

Der Handelsverband bestätigte den Windelberg, wollte sich zunächst aber nicht äußern. In der Einzelhandelsbranche arbeiten im Land rund 500.000 Beschäftigte. Weniger als ein Drittel der Betriebe sind laut der Gewerkschaft Verdi an den Tarifvertrag gebunden.