Geschlechtergerechtigkeit

Frauen dürfen in Hannovers Bädern bald „oben ohne“ schwimmen

Mit freiem Oberkörper dürfen sich in den meisten Schwimmbädern nur Männer zeigen. Nach Göttingen ändert jetzt allerdings auch die niedersächsische Landeshauptstadt ihre Badeordnung.

Von dpa Aktualisiert: 26.11.2022, 21:51
Ein Badeanzug liegt auf einer Mauer im Prinzenbad, dahinter schwimmen Menschen im Becken ihre Bahnen.
Ein Badeanzug liegt auf einer Mauer im Prinzenbad, dahinter schwimmen Menschen im Becken ihre Bahnen. Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Hannover - Hannover erlaubt demnächst auch Frauen und non-binären Personen mit nacktem Oberkörper in den städtischen Schwimmbädern zu baden. Der Rat der niedersächsischen Landeshauptstadt beschloss am Donnerstagabend eine entsprechende Änderung der Badeordnung. Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) berichtete, müssen dem Beschluss zufolge „im Nassbereich“ städtischer Bäder nur noch die „primären Geschlechtsorgane“ bedeckt sein. Die neue Regelung gelte ab dem 9. Dezember, sagte Stadtsprecher Udo Möller am Freitag der dpa. Sie müsse erst noch im Amtsblatt veröffentlicht werden.

Insgesamt wird in acht städtischen Hallen- beziehungsweise Freibädern in Hannover allen Menschen das „Oben ohne“-Baden gestattet. Der Antrag im Stadtrat stammte laut „HAZ“ von Die Partei/Volt, Grünen und SPD.

Bereits seit Mai ist in Göttingen Frauen das „Oben ohne“-Schwimmen in städtischen Bädern erlaubt, zunächst galt die Regelung nur an Wochenenden. Auslöser für die Änderung war eine non-binäre Person, die sich weder als Frau noch als Mann sieht, und im August 2021 ohne Oberbekleidung schwimmen ging. Das Bad sah sie als Frau an und sprach deswegen von einem Verstoß gegen die Badeordnung. Nach Diskussionen in der Stadt wurde die Badeordnung geändert. Auch in Siegen in Nordrhein-Westfalen wurde das oberkörperfreie Schwimmen für alle Geschlechter in städtischen Bädern eingeführt.

„Wir haben kein Kenntnis darüber, in welchen oder in wie vielen anderen Städten so verfahren wird“, sagte Hannovers Stadtsprecher. Der politische Antrag habe die entsprechende Mehrheit gefunden. „Der Verwaltung sind keine Erfahrungen aus anderen Städten bekannt, die gegen eine solche Regelung gesprochen hätten.“