Frauen fordern Strafen für Freier, Hilfen für Prostituierte

Von dpa 01.06.2021, 17:37
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Berlin - Eine neue Initiative von Berliner Frauen kämpft für bessere Ausstiegsmöglichkeiten für Prostituierte und eine Bestrafung von Freiern. „Prostituierte werden in der Öffentlichkeit oft als selbstbestimmt und die Freier als normale Kunden dargestellt. Doch die Realität sieht meist anders aus, viele Frauen sind in einer Zwangslage und schaffen aus Armut an“, sagt Annemarie Schoß, Mitgründerin des „Aktionskreises Berlin Pro Nordisches Modell“. Ab heute, dem Internationalen Hurentag, ist eine Kundgebung (17.00 Uhr) auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof geplant.

Schoß und ihre Mitstreiterinnen fordern die Einführung des so genannten Nordischen Modells nach dem Vorbild der schwedischen Gesetzgebung von 1999. Das Modell entkriminalisiert Prostituierte, bestraft Freier und bietet Ausstiegsmöglichkeiten für Prostituierte. Wenn man die Nachfrage bekämpfe, könne man auch die Prostitution eindämmen, so Schoß. Auch auf Bundesebene sind Frauen aktiv.