Gewalttat in Werdau: Vater soll Frau und Kind getötet haben

Ein schlimmer Verdacht ist in der Nacht zu Mittwoch traurige Gewissheit geworden: Die Polizei fand in einer Werdauer Wohnung die Leichen einer Frau und ihres drei Jahre alten Kindes. Was hat sich in der Wohnung abgespielt?

Von Andreas Hummel, dpa 01.09.2021, 14:52 • Aktualisiert: 01.09.2021, 14:59
Polizeibeamte vor einem Wohnhaus, in dem in der Nacht eine Mutter und ihr Kind getötet worden waren.
Polizeibeamte vor einem Wohnhaus, in dem in der Nacht eine Mutter und ihr Kind getötet worden waren. Mike Müller/TNN/dpa

Werdau - Die Kriminaltechniker sind am späten Mittwochvormittag schon wieder fort. Und auf dem ersten Blick zeugt an dem Wohnhaus in Werdau bei Zwickau nichts mehr von dem Schrecken der vergangenen Nacht. Einigen Bewohnern ist die Fassungslosigkeit anzusehen, sprechen wollen sie darüber allerdings nicht. Im zweiten Stock des mehr als 100 Jahre alten Mehrfamilienhauses hat die Polizei zwei Leichen gefunden: Die einer 43-jährigen Frau und ihres drei Jahre alten Jungen. Der Familienvater soll sie getötet haben.

Was sich genau in der Wohnung abgespielt hat, darüber herrschte zunächst Unklarheit. Details, etwa wie die Leichen aufgefunden wurden, wollte die Polizei noch nicht bekanntgeben. Auch zum möglichen Motiv des Mannes wurden zunächst keine Angaben gemacht. Er selbst war es aber, der den Ermittlern den Hinweis gab.

Laut Polizei war der 30 Jahre alte Deutsche am Dienstagabend in der Notaufnahme eines Zwickauer Krankenhauses erschienen und aggressiv aufgetreten. Deswegen rief das Klinikum die Polizei um Hilfe. Den Beamten habe er dann erzählt, dass er seiner Frau und seinem Kind etwas angetan habe, erklärte ein Polizeisprecher. Was die Polizisten und Rettungskräfte dann in der Wohnung entdeckten, bestätigte die schlimmen Befürchtungen: Dort fanden sie die Frau und das Kind leblos. „Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden beide gewaltsam getötet“, so die Polizei.

Um den Tatort genauer zu untersuchen, wurden Spezialisten des Landeskriminalamtes hinzugezogen. „Zur Todesursache, dem genauen Todeszeitpunkt und zum Motiv können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden“, erklärte der Polizeisprecher. Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion der Leichen. Sie sollte zeitnah erfolgen, hieß es.

Der mutmaßliche Täter wurde den Angaben nach festgenommen. Er sollte noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Er ist laut Polizei wegen Drogendelikten, Körperverletzung und Sachbeschädigung bekannt. Die Frau hinterlasse vier weitere Kinder, hieß es. Sie hätten allerdings nicht mit in dem Haushalt gelebt.